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Erste Ausstellung seit 200 Jahren
Weltbekanntes Bach-Porträt kehrt nach Leipzig zurück

Portrait von Johann Sebastian Bach kehrt nach Leipzig zurück
FOTO: ap
Leipzig. Das Bach-Portrait von Elias Gottlob Haußmann kehrt nach Leipzig zurück. Das Gemälde wird dort zum ersten Mal seit 200 Jahren wieder öffentlich zu sehen sein. Der Wert des Bildes wird auf 2,5 Millionen Euro geschätzt.

Das wohl bekannteste Porträt von Johann Sebastian Bach kehrt nach Leipzig zurück. Das Gemälde von Elias Gottlob Haußmann (1695 - 1774) wird zur Eröffnung des Bachfestes am 12. Juni in der Nikolaikirche der Öffentlichkeit präsentiert, wie die Stadt Leipzig am Mittwoch bekanntgab. Anschließend werde das Bild in die Schatzkammer im Bach-Museum gebracht, wo es von da an dauerhaft gezeigt werden solle.

Das Bach-Porträt aus dem Jahr 1748 befand sich mehr als 60 Jahre im Besitz des US-Philanthropen William H. Scheide. Der im vergangenen Jahr im Alter von 100 Jahren verstorbene Sammler hatte das Bach-Archiv in Leipzig zum Erben des auf 2,5 Millionen Dollar geschätzten Bildes bestimmt. Am Mittwoch wurde bei einer Zeremonie in Princeton im US-Bundesstaat New Jersey die bevorstehende Rückkehr des Kunstwerks an die langjährige Wirkungsstätte Bachs gefeiert.

Nach der Erstpräsentation zur Eröffnung des Bachfests am 12. Juni zieht die "Ikone der Musikgeschichte" einen Tag später in die Schatzkammer im Bach-Museum Leipzig, wie die Stadt mitteilte. Das Haußmann-Porträt gilt als das einzige authentische Bildnis Johann Sebastian Bachs. Das Bild zeigt den etwa 60-jährigen Bach "in förmlicher Pose" mit einem Notenblatt in der rechten Hand. Haußmann malte den Angaben zufolge zwei Exemplare: Das erste datiert von 1746, das zweite, deutlich besser erhaltene von 1748.

Ab dem frühen 19. Jahrhundert war das Gemälde von 1748 im Besitz der jüdischen Familie Jenke, die in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts vor den Nazis aus Deutschland floh. Das Gemälde wurde auf dem Landsitz der befreundeten Familie Gardiner im englischen Dorset in Sicherheit gebracht. "Ich bin buchstäblich unter dem Antlitz Bachs aufgewachsen", sagte der Dirigent und Präsident des Bach-Archivs, John Eliot Gardiner.

Scheide erwarb das Bild im Jahr 1952 bei einer Auktion. Der Philanthrop und Musikwissenschaftler starb im vergangenen November. Den größten Teil seiner Sammlung im Gesamtwert von mehr als 300 Millionen Dollar (272 Millionen Euro), darunter die ersten gedruckten Ausgaben der Bibel, vermachte er der Universität Princeton.

Das erste Bach-Porträt von Haußmann aus dem Jahr 1746 befindet sich seit 1913 im Bach-Zimmer des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig.

(AFP)
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