Deutscher Buchpreis: Sechs Autoren im Rennen
zuletzt aktualisiert: 16.09.2009 - 15:44Frankfurt/Main (RPO). Vier Autoren und zwei Autorinnen gehen in die Schlussrunde zur Vergabe des diesjährigen Deutschen Buchpreises. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels gab am Mittwoch in Frankfurt am Main die sogenannte Shortlist mit den sechs Finalisten bekannt.
Nominiert wurden: Rainer Merkel mit "Lichtjahre entfernt" (S. Fischer, März 2009), Herta Müller mit "Atemschaukel" (Hanser, August 2009), Norbert Scheuer mit "Überm Rauschen" (C. H. Beck, Juni 2009), Kathrin Schmidt mit "Du stirbst nicht" (Kiepenheuer & Witsch, Februar 2009), Clemens J. Setz mit "Die Frequenzen" (Residenz, Februar 2009) und Stephan Thome mit "Grenzgang" (Suhrkamp, August 2009).
Die sechs Schriftsteller wurden von einer Jury aus der Longlist von zunächst 20 vorgeschlagenen Romanen ausgewählt, die seit der letzten Frankfurter Buchmesse im Herbst 2008 erschienen sind. Im vergangenen Jahr hatte Uwe Tellkamp mit seinem Roman "Der Turm" die Auszeichnung erhalten.
"Bei der Lektüre wird vielleicht nicht jeder allen Entscheidungen zustimmen, aber immer wissen, warum das jeweilige Buch derart ausgezeichnet ist. Und er wird sehen, dass nicht nur thematisch, sondern auch formal die deutschsprachige Literatur über eine bestechende Bandbreite verfügt", erklärte der Sprecher der Jury, Hubert Winkels.
Insgesamt haben die sieben Jurymitglieder in den letzten fünf Monaten insgesamt 154 Titel gesichtet, die zwischen dem 1. Oktober 2008 und dem 16. September 2009 erschienen sind. Der mit 25.000 Euro dotierte Deutsche Buchpreis wird am Vorabend der Buchmesse-Eröffnung am Montagabend, 12. Oktober, im Frankfurter Römer verliehen.
Löffler kritisiert "Shortlist"
Nach der Bekanntgabe der Shortlist hat die Literaturkritikerin Sigrid Löffler grundsätzliche Kritik an dem Preis geäußert. Es werde nicht der beste deutschsprachige Roman des Jahres ausgezeichnet, sondern der bestverkäufliche Roman, sagte Löffler im Deutschlandradio Kultur. Die Auslober wollten "einen dem Publikumsgeschmack entgegenkommenden, leicht lesbaren, gehobenen Unterhaltungsroman".
Nach Ansicht Löfflers ist der Deutsche Buchpreis ein "Marktsortierungsinstrument", bei dem es vor allem um die Beeinflussung der Buchhändler gehe. Der Preis "fokussiert auf einige wenige Titel zum Schaden vieler anderer Titel, die es ebenso gut verdient hätten".
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