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Fotografin Alex Prager in Los Angeles: Wenn die schöne Fassade bröckelt

zuletzt aktualisiert: 13.01.2010 - 15:49

Los Angeles (RPO). Alex Prager ist gerade einmal 29 Jahre alt. Als Fotografin kann sie aber schon auf eine steile Karriere zurückblicken. Berühmt geworden ist die Amerikanerin für ihren etwas andern Blick auf die Dinge. Ihre neueste Fotoserie "Week-End" ist gleich in Galerien auf drei Erdteilen zu sehen. Das Besondere an den Werken: Unter der Patina des schönen Scheins lauert gruselige Monotonie. 

In "Week-End" lässt Alex Prager die Welt der 60er-Jahre wieder aufleben. Auf den 18 Bildern der Serie sieht man Frauen in farbenreichen Umgebungen. Auf den ersten Blick das typische Bild, dass man von Kalifornien hat: Sommer, Sonne, tolle Autos, Palmen. Die Bilder sind alle in Los Angeles entstanden.

Doch auf den zweiten Blick erkennt man, dass die Frauen - die alle so gewöhnliche Namen tragen wie "Barbara", "Jane", "Lois", "Maggie" oder Molly" -, unter ihrem Lippenstift-Lächeln und den leeren Augen Schmerzen zu kaschieren versuchen.

Pragers Bilder - die vom 30. Januar bis zum 6. März in der Galerie M+B gezeigt werden - verströmen einen Hauch der schauerlichen Monotonie und des Unbehagens, die unter der Oberfläche von Schönheit und versprochener Glückseligkeit liegen.

Prager beschreibt es selbst mit folgenden Worten: "Ich dokumentiere eine Welt, die existiert und es zur gleichen Zeit auch nicht tut." Die Serie "Week-End" ist Teil einer Trilogie, die mit "Polyester" begann, in der Frauen archetypische Rollen spielten. In "The Big Valley" entwickelten diese Rollen dann ein Eigenleben. In "Week-End" schließlich werden diese Fassade so dick aufgetragen, dass die Illusionen schon fast wirklicher erscheinen als die Welt, in der sie tatsächlich leben.

Alex Prager kam 1979 in Los Angeles zur Welt. Gemeinsam mit ihrer Großmutter, die sie großzog, lebte sie in einer Wohnung im Vorort Los Feliz. Ihr Interesse an Kunst erwachte in ihrer Jugendzeit, als sie zwischen Kalifornien, Florida und der Schweiz hin und her pendelte. Zur Fotografie kam sie, nachdem sie als Twen eine Ausstellung von William Eggleston im Getty Museum besucht hatte.

Doch besuchte sie keine Kunstschule, sondern begann, sich das Fotografieren selbst beizubringen. Fotos von ihr wurden in Magazinen wie "Details2, "i-D", "Tank", "Elle Japan", "MOJO" und "Complex" gedruckt. Ihre Ausstellungen sind derteit in London, Tokio und ab Ende Januar in Los Angeles zu sehen.

Galerie M+B
612 North Almont Drive
Los Angeles, California 90069

Quelle: csr/csi

 
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