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Berlin
Kunstwerke der WestLB-Sammlung sollen über NRW verteilt werden

Hat der Geiger Frank Peter Zimmermann eine Chance, eines Tages wieder auf "seiner" Stradivari zu spielen? Die WestLB hatte sie ihm einst zur Verfügung gestellt, dann musste er sie an die WestLB-Nachfolgerin Portigon zurückgeben, weil diese all ihre Habe zu Geld machen muss. Die Frage bleibt einstweilen ebenso unbeantwortet wie die Frage danach, welche Kunstwerke der WestLB-Sammlung als "unselbstständige Stiftung" auf die Stiftung Kunstsammlung NRW übergehen. Von Bertram Müller

Einiges aber ist klarer, seit Kunstsammlungs-Chefin Marion Ackermann bekanntgegeben hat, was der Beirat aus Kunst-Experten empfiehlt: Der Kunstkauf solle sich auf die wesentlichen Teile der Sammlung konzentrieren. Und es sei geplant, diese Werke auf Museen des gesamten Landes NRW zu verteilen. Denn drei Viertel der Kollektion bezögen sich auf NRW. Da liegt es nahe, dass Arbeiten rheinischer Künstler im Rheinland bleiben und Werke mit Bezug zum Siegerland dort als Leihgaben zu sehen sind. Die Zusammensetzung des Beirats, die Kulturministerin Ute Schäfer jetzt vorstellte, wird Skeptiker beruhigen. Das Gremium verkörpert Kompetenz: Marion Ackermann selbst, Isabel Pfeiffer-Poensgen, die Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, Wulf Herzogenrath als langjähriger Leiter des Kölnischen Kunstvereins, Klaus Schrenk, ehemaliger Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlung, der seine Karriere an der Düsseldorfer Kunsthalle begann, die Kölner Galeristin Monika Sprüth, Susanne Titz als Chefin des Museums Abteiberg in Mönchengladbach und Frederike van Duiven, Vorsitzende des Landesverbands NRW der Bildenden Künstlerinnen und Künstler (BBK). "Dieser Beirat soll als Beratungsgremium der geplanten Stiftung dauerhaft verankert werden", betonte Ute Schäfer: "Er wird den Transfer der Kunstwerke begleiten und vor allem die besten Wege aufzeigen, um die erworbenen Kunstwerke auch öffentlich zugänglich zu machen."

Eine gute Entscheidung der Landesregierung ist auch darin zu sehen, dass die landeseigene Kunstsammlung NRW die zu erwerbenden Teile der WestLB-Sammlung betreuen soll. Sie verfügt über Experten auf dem Gebiet der westdeutschen Nachkriegskunst, dem Schwerpunkt der Sammlung.

Diese "Sammlung" verdient den Namen allerdings kaum, weil sie nicht systematisch zustande kam. Teilweise wurde sie durch Konkursmasse erweitert, und die Werke wurden nicht für Museen, sondern für die Büros der Mitarbeiter erworben.

Quelle: RP
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