Berliner Museumsinsel: "Leinen los" im Bode-Museum
zuletzt aktualisiert: 28.11.2005 - 14:56Berlin (rpo). Seit 1998 gab es für die Besucher der Berliner Museumsinsel keine Möglichkeit, das Innere des Bode-Museums zu sehen. Im Sommer 2006 wird es endlich soweit sein: Die 152 Millionen teure Sanierung des international renommierten Museums ist abgeschlossen. "Diese Bauübergabe ist nicht weniger als ein Wunder", sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Klaus-Dieter Lehmann
In den kommenden Monaten bis zur Wiedereröffnung werden die wertvollen Exponate des 25.000 Quadratmeter großen Museums vom Ausgang der Antike bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zurückkehren. "Skulpturen, Ikonen, Elfenbein und Gemälde Alter Meister werden dann in Epochenräumen zu sehen sein", sagte Lehmann. Zuvor jedoch können sich die Berliner und Gäste kostenlos einen ersten Eindruck machen: Von Freitag bis Sonntag lädt das Haus von 10.00 bis 18.00 Uhr zum Tag der offenen Tür ein.
Das als viertes Haus der Museumsinsel von 1898 bis 1904 errichtete Kaiser-Friedrich-Museum trägt seit 1956 den Namen seines Begründers Wilhelm von Bode. Der wilhelminische Bau war im Zweiten Weltkrieg fast zur Hälfte zerstört worden und wurde Ende der 40er Jahre zum Abriss bestimmt. Von einer Bürgerbewegung konnte er jedoch gerettet werden, bis in die 80er Jahre wurde er immer wieder partiell renoviert. "Mit der Wiedervereinigung bekam das Museum seine große Chance, und mit der Schließung 1998 kam es erstmals zu einer Grundsanierung des Gebäudes", sagte der neue Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Über 60 Jahre nach Ende des Krieges sei jetzt diese Kriegswunde geschlossen worden.
Kindergalerie und Pergamon-Übergang
Die Generalsanierung umfasste nicht nur den Einbau modernster Haus-, Sicherheits- und Sanitärtechnik, sondern auch die denkmalgeschützte Restaurierung des 100 Jahre alten Museumsbaus. Im Zweiten Weltkrieg zerstörte Dekorelemente mussten erneuert werden, beispielsweise im Tiepolo-Zimmer. Dessen komplette Restaurierung musste auf der Grundlage einer Fotografie aus der Vorkriegszeit erfolgen. Im Sockelgeschoss des Gebäudes wurden zusätzliche Räume gewonnen, die jetzt eine Kindergalerie, Depots und Werkstätten bergen. Daneben wurde ein Übergang zum benachbarten Pergamon-Museum geschaffen.
Die Generalinstandsetzung des Bode-Museums kostete 152 Millionen Euro. "Diese Sanierung ist eine Investition in die Zukunft und keine Kultursubvention", sagte der neue Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU). Auf der Museumsinsel werde 6000 Jahre Menschheitsgeschichte dargestellt. "Das ist eine Aufgabe von gesamtstaatlicher Dimension", betonte er. 2001 war die Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel wiedereröffnet worden.
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