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Köln
Lit.Cologne stellt die Flüchtlinge ins Zentrum

Köln. Das Literaturfestival Lit.Cologne in Köln hat im kommenden Jahr einen Flüchtlingsschwerpunkt. Bei einem Benefiz-Abend in der Lanxess-Arena diskutieren Prominente wie Bestseller-Autor Frank Schätzing und Schauspieler Til Schweiger über die Themen Flucht, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Im Kölner Dom tritt das Hohelied der Bibel in einen Dialog mit persischer Liebeslyrik ein - Titel: "Er bedecke mich mit Küssen seines Mundes". Auch bei mehreren Veranstaltungen des Kinder- und Jugendprogramms Lit.Kid.Cologne geht es um Flucht und Heimatverlust.

"Wir haben dieses Jahr das Thema Flüchtlinge in den Mittelpunkt gestellt", sagte Lit.Cologne-Chef Rainer Osnowski gestern bei der Vorstellung des Programms. "Wir wollen dazu beitragen, dass Integration durch Sprache stattfindet."

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker sagte: "Es ist ganz wichtig, dass die Flüchtlinge unsere Kultur kennenlernen, aber wir müssen auch deren Kultur kennenlernen." Die parteilose Politikerin war im Oktober bei einem Messerattentat lebensgefährlich verletzt worden; das Motiv des Täters war vermutlich Fremdenfeindlichkeit.

Die Lit.Cologne begrüßt im kommenden März unter anderem Orhan Pamuk, Robert Harris, Navid Kermani und Martin Walser. Politisch wird es mit Nadeschda Tolokonnikowa, der Mitbegründerin der russischen Punk-Band Pussy Riot: Sie stellt ihr Buch "Anleitung für eine Revolution" vor.

"Europas größtes Literaturfestival", so die Eigenwerbung, umfasst 186 Veranstaltungen. In diesem März kamen 105.000 Besucher, die Veranstaltungen waren zu 96 Prozent ausgelastet.

(dpa)
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