| 00.00 Uhr

Duisburg
Markus Ambach - Kunst für Städte

Duisburg. Der Düsseldorfer Künstler dokumentiert die Schönheit der A 40. Von Max Florian Kühlem

Die A40 ist eine besondere Autobahn. Von der Landstraße B1 ist sie über die Jahre zum sechsspurigen Monster ausgewachsen, das brachial die Städte des Ruhrgebiets zerschneidet. Doch sie gilt ihren Anwohnern auch als "Hauptschlagader der Region". Dass Kabarettist Frank Goosen ihr ein nostalgisches Programm widmete ("A40 – Geschichten von hier") zeugt von einem liebevollen Verhältnis. So wie ein Kunstprojekt des Düsseldorfers Markus Ambach: "B1/A40 – Die Schönheit der großen Straße" startete 2010, als das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt war. Die neue Kulturinstitution Urbane Künste Ruhr setzt es jetzt fort – unter anderem mit einem spannenden Forschungsprojekt im Sozialbiotop des Duisburger Autobahnkreuzes Kaiserberg.

"Es geht bei meinem Projekt nicht darum, Auto zu fahren und dabei Kunst zu sehen", sagt Markus Ambach, "Anhalten und Aussteigen ist die Devise." Der Künstler und Kurator hat sich zum Experten für Kunst im urbanen Raum entwickelt. Bis zum 1. September ist noch seine Ausstellung "Ein ahnungsloser Traum von Park" am Mönchengladbacher Abteiberg zu sehen. Die urbane Landschaft rund um die A40 hat er durch Anhalten und Aussteigen erkundet und Erstaunliches entdeckt: "Am Kreuz Kaiserberg, das auch als 'Spaghettiknoten' bezeichnet wird, kann man sich nicht vorstellen, dass dort etwas anderes passiert als Autobahn", sagt er.

Doch es gibt dort eine Ponyfarm, eine Fischzucht und das Dorf Werthacker, dessen engagierte Bewohner schon 2010 Teil des A40-Projekts waren. Die niederländische Künstlerin Jeanne van Heeswijk hat mit ihnen erfolgreich die Dorfkirche gerettet und der Gemeinde zu einer stärkeren Identität verholfen. Am 17. August, 15 Uhr, läutet sie mit einem prozessionsähnlichen Umzug durch den Autobahnknoten ihr Rechercheprojekt "Teilhabe bringt Glück – Was setzt du aufs Spiel?" ein. Sie wird erforschen, ob es die Möglichkeit gibt, die einzelnen Akteure im Autobahnkreuz Kaiserberg zusammenzubringen und ob in dieser aus sich selbst heraus, oft chaotisch und ungeplant gewachsenen Landschaft langfristige Ziele umgesetzt werden können.

"Wir wollen auch erkunden, was die Stadtplanung aus solchen Räumen lernen kann", sagt Markus Ambach. Dass die Stadt Duisburg am Autobahnkreuz aktuell den Bau eines Autohofs plant und damit die Anwohner einer Wagenburg gegen sich aufbringt, wird sicher Teil des Projektes werden.

Für den (Neu-)Start von "B1/A40" sorgt Markus Ambach bereits am Samstag, 10. August, 18.30 Uhr, am U-Bahnhof Eichbaum in Mülheim an der Ruhr. Dort geben Martin Pfeifle und Wanda Sebastian der temporären Architektur von Raumlabor Berlin ein goldenes Gesicht.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Duisburg: Markus Ambach - Kunst für Städte


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.