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Köln
Messe bietet gute Kunst zu guten Preisen

Köln. Die Cologne Fine Art in Köln ist einen Besuch wert. Erstmals ab Donnerstag mit zeitgenössischer Sparte. Von Annette Bosetti

Die Kölnmesse ist zweimal im Jahr Marktplatz und Impulsgeber. Neben der Artcologne hat sich die Cologne Fine Art als Herbstrauschen des Kunstmarktes im Rheinland etabliert. Und sie ist wie ihre große Schwester Shoppingmeile der Schönen, Reichen und Insider, die sich gestern lange vor der Vernissage einfanden. An manchen Bildern klebten früh rote Punkte, die Mehrzahl der 106 Aussteller wartet noch auf Kundschaft. Nicht nur die goldenen oder schwarzen Kreditkarten sind erwünscht, sondern auch mit kleinen Beträgen können Einsteiger, die Neu-Sammler, fündig werden.

Eine Extra-Abteilung mit Kunst bis 5000 Euro ist dazu eingerichtet. Unter den 170 Angeboten finden sich hochinteressante Stücke wie Neo Rauchs Serigraphie "Gehörnt" für 4800 Euro oder eine zweiteilige Edition (4600 Euro) der Fotografin Candida Höfer, die in diesem Jahr mit dem Preis der Messe geehrt wird. Auch ein Benassi-Motorrad von 1955 ist im Angebot sowie ein Paar afrikanischer Buchstützen.

Kunstmessen sind anregende Ausstellungen, denn die Händler aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Großbritannien und Frankreich investieren viel Geld und Liebe in die Präsentation ihrer Schätze. So flaniert selbst der Nichtkäufer gerne durch die Halle - Kinder können ab sechs Jahre für fünf Euro an einer Kids-Tour teilnehmen. Beim Blick auf Antiquitäten, Asiatische Kunst, Kunsthandwerk, Design und das Beste aus den Ateliers des 20. Jahrhunderts gewinnt man den Mut zurück: Ein bisschen heile Welt trotz aller Klagen über das neue Kulturgutschutzgesetz, das den deutschen Markt aus Händlersicht unzumutbar beschneidet.

Das Schöne an dieser Messe ist ihre Übersichtlichkeit; zudem gibt es ab morgen eine Erweiterung hin zur zeitgenössischen Kunst in einer zweiten Halle. Die großen Galerien des Rheinlandes, darunter zahlreiche namhafte Düsseldorfer, bieten auf der COFA Contemporary erstmals Kunst nach 2000 an. Man will sich gegenseitig neue Kundenkreise zuführen, so das Kalkül der Messe- strategen.

Schätze erspäht man allerorten: Eine seltene Daniel-Spoerri-Skulptur bietet Galerist Burkhard für 145.000 Euro an, zu der sich ein historischer Bentley gesellt. Verkauft wird der Wagen nur, falls einer "mehrere Millionen" böte, sagt der Galerist. Dem deutschen Informel widmet die Bonner Galeristin Hennemann ihre Schau, Bilder des 100-jährigen K.O. Goetz sind darunter; eines seiner seltenen Stahlreliefs ("Angela") bietet die Aachener Galerie am Elisengarten für 65.000 Euro an. Aus Aachen kommen auch die Deckenlampen, die wie Sterne geformt, geätzt, poliert und mattiert sind. 26.000 Euro muss man für die Rarität des Art Deco beim Kunsthändler Grobusch bezahlen.

Design, Oldtimer und Mode bereichern das Edle, Unantastbare. Am Stand von Monika Gottlieb staunt man über das Kleid, das Jacky Kennedys Schwester beim Treffen mit Andy Warhol trug. Die Düsseldorferin will aber nichts verkaufen. Auch das gibt's auf der Kunstmesse.

Info Bis 22.11. in den Kölner Messehallen, www.colognefineart.de

Quelle: RP
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