Politikerin nimmt umstrittene Ausstellung in Schutz: Ministerin Weiss verteidigt Flick-Schau
zuletzt aktualisiert: 21.09.2004 - 15:43Berlin (rpo). Am Abend wird die umstrittene Schau von Friedrich Christian Flick in Berlin eröffnet, jetzt nahm Kulturstaatsministerin Christina Weiss die Sammlung und ihre Unterstützung durch die Bundesregierung in Schutz. Die Kritik an der Rolle des Flick-Großvaters als Rüstungsunternehmer während der NS-Zeit dürfe die Kunst nicht zur Gefangenen der Vergangenheit machen.
Die Ausstellung sei "ein Museum der Gegenwartskunst, wie es kein zweites gibt", sagte Weiss am Dienstag bei der Eröffnungs-Pressekonferenz."Kunst lässt sich nicht als Geisel nehmen. Kunst spricht für sich", sagte Weiss. Flick erklärte, er respektiere die Meinung seiner Kritiker. Der Kunstsammler war unter anderem angegriffen worden, weil er sich geweigert hatte, in den Entschädigungsfonds für Zwangsarbeiter einzuzahlen. Er könne nicht zulassen, dass die ausgestellten Künstler für seine Familiengeschichte haftbar gemacht würden, sagte Flick: "Die Wahrnehmung meiner Verantwortung kann mir niemand abnehmen, aber auch niemand vorschreiben." Ihm gehe es darum, die Kunst aus dem Depot zu holen, "dahin, wohin sie gehört - in die Öffentlichkeit".
Zur Eröffnungsfeier der Flick Collection am Dienstagabend wird auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) erwartet. Die Flick Collection gilt als eine der hochkarätigsten Kunstsammlungen der Moderne und umfasst mehr als 2.000 Werke. Zunächst sollen etwa 400 Arbeiten von 150 Künstlern auf 13.000 Quadratmetern im Hamburger Bahnhof und der umgebauten Lagerhalle der Spedition Riek in Berlin-Mitte gezeigt werden. Flick leiht seine Werke der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für eine Dauer von sieben Jahren. Acht Millionen Euro hatte der Unternehmer in den Ausbau der Riek-Halle investiert.
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