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Remagen
Museum Rolandseck zeigt eine Revolution in Bildern

Remagen. Hier proben die Bilder eine kleine Revolution. Es ist nicht weniger als "die Loslösung der Ketten in der Kunst", die nach den Worten von Museumsdirektor Oliver Kornhoff zurzeit im Arp-Museum Rolandseck zu sehen ist. Unter dem Titel "Revolution der Bilder. Von Poussin bis Monet" zeichnet die neue Ausstellung in der Kunstkammer Rau 250 Jahre französische Malerei nach. Es geht um die Befreiung von einer durch starre Akademie-Regeln bestimmten Ateliermalerei zur Freiluft-Malerei des Impressionismus. Von Claudia Rometsch

50 Gemälde und Skulpturen sind bis zum 6. September zu sehen, unter anderem von Chardin, Houdon, Renoir, van Gogh und Cézanne. Zu den Stücken aus der Sammlung Rau für Unicef im Arp-Museum steuerte die auf französische Malerei spezialisierte National Gallery of Ireland in Dublin hochrangige Bilder bei.

Ein Blick auf die französische Malerei vom 17. bis zum 19. Jahrhundert ist weit mehr als ein Einblick in die gesellschaftliche Entwicklung des Nachbarlandes. Denn Frankreich setzte in dieser Zeit Maßstäbe für die Kunst in Europa. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die Pariser Kunst-Akademie gegründet. Das schuf die Voraussetzung für den Aufstieg der französischen Malerei. Im 18. Jahrhundert sammelte der europäische Adel Bilder französischer Maler wie Francois Boucher und Jean-Honoré Fragonard. In ihren Gemälden spiegeln sich die Sehnsüchte der bei Hofe lebenden Adeligen. Geplagt von der starren Etikette, strebten die Höflinge in die Natur. Es entstanden idyllische Landschaftsszenen.

Mit der Französischen Revolution setzte ein neues Zeitalter ein. Jacques-Louis Davids "Die Apotheose des Jean Jacques Rousseau" griff 1794 noch auf Bilder der homerischen Antike zurück. Doch dann brach sich der Realismus Bahn. An die Stelle antiker Helden und Götter trat der Blick auf die reale Umgebung. Und das konnte nun auch ein Stall sein wie in dem Gemälde "Die Scheune" von Jean-Francois Millet. Bei Eugène Boudin wurde das Interesse am Licht deutlich, das für die Impressionisten bestimmend wurde.

Geöffnet dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr; Remagen-Rolandseck, unmittelbar am Bahnhof Rolandseck

(epd)
 
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