Hamburg (rpo). Bekannt geworden ist Stefan Jürgens durch die Comedyreihe "RTL Samstagnacht" und ein paar "Tatort"-Folgen. Jetzt zeigt sich der Schaupieler von seiner musikalischen Seite. Seine erste CD mit Pop-Chansons ist fertig, eine Konzert-Tour in Vorbereitung.
Stefan Jürgens bastelt an seiner musikalischen Karriere. Foto: www.stefanjuergens.com
Nur wenige denken bei Jürgens an einen großen Mann am Flügel, der in Remscheid oder Celle mal traurige mal lustige Lieder singt und zwischendurch dem Publikum kleine Szenen vorspielt - allein. Und keiner denkt an eine Plattenstar, der mit Topleuten der deutschen Musikszene eine CD aufgenommen hat. Hat er aber.
"Ich mache seit 20 Jahren Musik, bin damit aber nie nach draußen gegangen", erzählt der 40 Jahre alte Jürgens und steckt die Sonnenbrille fester in das unwillige dicke Haar. Gerade ist er nach fünf Jahren auf Ibiza mit seiner Familie nach Berlin gezogen: "Die drei Kinder müssen ja was lernen.". Jürgens selbst steckt in den letzten Vorbereitungen für sein Soloprogramm, das am 22. September in Mainz beginnt und auf der er seine erste CD "Langstreckenlauf" bekannt machen will. "Die Show ist eine Mischung aus diesen Songs und Stand-Up-Comedy. Der Langstreckenlauf des Lebens, sozusagen."
12 Songs gibt es auf "Langstreckenlauf", alle von Jürgens geschrieben und getextet. "Boot aus Schlaf" heißen die Titel, oder "Explosion im Herz" oder "Retter in der Not". Deutsche Pop-Chansons nennt sie der Sänger, und trotz der Besetzung mit Schlagzeug, Gitarre und Keyboard geht es ruhig zu.
"Es geht mir in 'Langstreckenlauf' um Ruhephasen, um Atempausen im Leben", versucht der singende Schauspieler die CD zu beschreiben. Oft gehe es im Leben zu wie bei einem hektischen 100-Meter-Lauf, "aber man darf das Ziel in weiter Ferne nicht aus den Augen verlieren", meint er.
Die Platte entstand laut Jürgens, weil Produzent Curt Cress ihn dazu drängte: "Ich fand' meine Sachen nie gut genug". Drummer Cress, einer der gefragtesten deutschen Studiomusiker, überzeugte Jürgens. Sechs Monate hat er an der Platte gearbeitet, die im September erscheint, dann beginnt die Tournee.
Dem Film bleibt Jürgens aber auch treu: Noch dieses Jahr ist in der ARD der Spielfilm "Mensch Mutter" mit ihm zu sehen, Anfang 2004 ist er als Bösewicht in der Romanverfilmung "Angelique" zu sehen, sowie im Kinofilm "George and the Dragon" neben Patrick Swayzee und Val Kilmer. Jürgens: "Ich musste extra Reiten lernen dafür." Und ebenfalls 2004 steht er in Düsseldorf das erste Mal seit Jahren wieder auf der Theaterbühne. Werden ihm die verschiedenen Anforderungen irgendwann zu viel? "Nein, das ist nur eine Frage der Krafteinteilung."