Auf Deutschland-Tour: Alicia Keys bringt den Soul
zuletzt aktualisiert: 10.05.2010 - 12:35Frankfurt (RPO). Gleich zwei schöne Sängerinnen haben das Publikum in der Frankfurter Festhalle bezirzt: Der Star des Abends, Alicia Keys, wird auf ihrer "Freedom"-Tournee durch Deutschland nämlich von der kanadischen Pop- und Soul-Künstlerin Melanie Fiona begleitet.
Die Entdeckung des Jahres 2009 arbeitete schon mit Kanye West und Akon zusammen und stimmte die Frankfurter gelungen auf den Star des Sonntagabends ein.
Kurz nach 21 Uhr hieß es Licht aus, Spot an für Alicia Keys. "Dies geht an alle, die geglaubt haben, dass ich es nie schaffen werde", lässt die zwölffache Grammy-Gewinnerin die Zuschauer per Videobotschaft wissen. Ganz in Schwarz gekleidet, mit Nieten-Lederjacke im Militärstil und High Heels, eröffnet die 29-Jährige die Show mit "Caged Bird" - passend zum Titel im Gitterkäfig.
Doch nach über 20 Millionen verkauften Alben und einer steilen Karriere seit dem 19. Lebensjahr lässt sich die R'n B'-Sängerin von niemandem mehr einsperren - zumindest nicht für lange. Schon für ihren nächsten Song "Love Is Blind" steht Keys befreit auf der Bühne und spätestens beim weltweiten Nummer-eins-Hit "Fallin'" aus dem Jahre 2001 gibt es auch für die Fans kein Halten mehr. Mit der Klavier-Ballade schaffte sie vor neun Jahren nicht nur den internationalen Durchbruch; mit ihrem Debütalbum "Songs in A Minor" räumte sie im Jahr darauf auch gleich fünf Grammys ab.
"Ich will Euch auf eine Reise mitnehmen. Ich will, dass Ihr rebelliert und frei seid - zusammen mit mir", kämpferische Aufrufe wie diese ziehen sich durch den gesamten Abend und sind auch das Motto ihres vierten Albums "The Element of Freedom". Immer wieder flackern Bilder des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy und des indischen Unabhängigkeitskämpfers Mahatma Gandhi über die Großleinwände, aber auch Reggae-Größe Bob Marley ist zu sehen. Immer wieder ermutigt Keys die Menge, sich keinen Grenzen zu beugen und alle Zwänge über Bord zu werfen.
Kurzer Kleiderwechsel, dann steht die stimmgewaltige Soulkünstlerin im sexy Top und Leggings auf der Bühne und rockt mit ihrem Gitarristen auf einer Keyboardgitarre zu "Another Way to Die" ab. Das Titellied zum James-Bond-Film "Ein Quantum Trost" ist eigentlich ein Duett mit White-Stripes-Frontmann Jack White, doch auch in der reinen Ladyversion hält es die ersten Zuschauer nicht mehr länger auf den Sitzen.
Nur Stimme und Klavier
Zur Soulnummer "Pray for Forgiveness" räkelt sich die New Yorkerin noch lasziv auf einem Glitzerflügel, doch mit dem Chart-Hit "If I Aint Got You" und "Like You'll Never See Me Again" beweist sie ihr eigentliches Können: die Zuschauer ganz ohne Special Effects, nur mit Stimme und Klavier, in ihren Bann zu ziehen - schließlich hat Keys eine klassische Musikausbildung absolviert. Überzeugend auch "Diary" aus ihrem zweiten Album "The Diary of Alicia Keys", dass die Vollblutmusikerin ganz schlicht im Duett mit einem ihrer drei Backgroundsänger vorträgt.
Weil Muttertag ist, widmet sie den Song "Superwoman" brav allen Müttern. Da dürfte es unter den Zuschauern wohl die eine oder andere gegeben haben, schließlich lag der Altersdurchschnitt bei etwa 30 Jahren. Ausklingen lässt sie das 90-minütige Konzert im glitzernden Goldeinteiler mit dem Charterfolg "No One" aus ihrem dritten Studioalbum "As I Am", für den sie auch den größten Applaus erntet.
Für die Zugabe wirft sich Keys schnell noch in ein schwarzes Minikleid und spielt ihre Version des gemeinsamen Hits mit Jay-Z "Empire State Of Mind", eine Hommage an ihre Heimatstadt New York. "Heute Abend sind wir alle frei", ruft Keys den Zuschauern noch zu, doch da eilen die ersten schon zur Garderobe. Vielleicht hat sie mit ihrem Aufruf beim Publikum am 12. Mai in Hamburg und am 13. Mai in Oberhausen mehr Glück.
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