Indie-Rocker in Düsseldorf: Audienz bei Franz Ferdinand
VON SARAH BRÄUTIGAM - zuletzt aktualisiert: 07.11.2005 - 21:24Düsseldorf (rpo). "Franz Ferdinand ist voll geil", schwärmte die 16-jährige Alexandra mit strahlenden Augen. Bereits eine Stunde wartete sie ungeduldig vor einem Düsseldorfer Musikladen, in dem die schottische Indierock-Band mit dem sonderbaren Namen am Montagnachmittag eine Autogrammstunde abhielt. Die Schülerin war nicht alleine, rund 300 Fans und Autogrammjäger standen vor dem Geschäft Schlange.
Auch Pawel und Maciej, zwei polnische Austauschstudenten, warteten in der Reihe. Sie wollten sich ihre Tickets für das Auftaktkonzert der Deutschlandtournee signieren lassen, das die Band am gleichen Abend in der Düsseldorfer Philippshalle gab. Sogar Fans aus Schweden waren zu A&O Medien gekommen; Gabby, Julie und Daniel mögen Franz Ferdinand, weil ihre Musik "so kraftvoll und anders ist". "Das ist mal authentische, energiegeladene Musik. Nicht so’n Mainstream-Mist", findet auch der 20-jährige Dennis, der sich zwei CDs signieren lassen wollte.
Mit einer 45-minütigen Verspätung traf die Band dann endlich ein. Vier unscheinbare, etwas introvertiert wirkende junge Männer nahmen hinter den für sie aufgestellten Tischen Platz und die Security-Leute ließen die ersten Fans eintreten. Aus den Boxen dröhnte der neuste Longplayer "You Could Have It So Much Better" rauf und runter. Bereitwillig signierten Leadsänger Alex Kapranos, Gitarrist Nicholas McCarthy, Bassist Bob Hardy und Schlagzeuger Paul Thomson alles, was ihnen von den Fans vorgelegt wurde. Meistens waren das Plakate oder CD-Booklets, aber auch T-Shirts, Drumsticks, Unterhosen, iPods und ein Verkehrsschild wurden mit den begehrten Unterschriften verziert. Zwischendurch lächelten die vier sympathischen Musiker bereitwillig in unzählige Handy- und Digitalkameras.
Franz Ferdinand ist eine Band zum Anfassen ohne Starallüren, die auch mal selbst Hand anlegt. Wie Bob Hardy, der den von ihm umgelaufenen CD-Ständer wieder eigenhändig aufbaute. Vielleicht ist es gerade diese Bescheidenheit und Einfachheit, die Fans aller Altersstufen so begeistert. Nach 45 Minuten mussten die vier Schotten weiter. Zurück blieben glückliche Fans wie der achtjährige Vincent, der für seinen Papa ein Plattencover der Band hatte signieren lassen und Frau Wenzel, die von ihrer in Mainz lebenden Tochter Angela zur Autogrammstunde geschickt wurde und diese nun mit Fotos und Autogrammen beglücken kann. "Das sind Mutterfreuden", murmelte sie leise beim Verlassen des Geschäfts.
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