Gerichtsverfahren im Februar: Bohlen: Prozess gegen Anders und Müller
zuletzt aktualisiert: 22.12.2004 - 15:40Berlin (rpo). Die Millionen-Schadensersatzklage von Thomas Anders gegen Dieter Bohlen geht vor Gericht: Der Prozess um die Ex-Modern-Talking-Partner beginnt im Februar. Erster Termin sei am 17. Februar, sagte eine Sprecherin des Landgerichts Berlin am Mittwoch. Bohlen selbst klagt ebenfalls an: Die Firma Müller Milch, die seinen Werbevertrag fristlos gekündigt hatte.
Anders verklagt seinen früheren Kollegen Bohlen und dessen Verlag Random House wegen des Buches "Hinter den Kulissen" auf das Rekord-Schmerzensgeld von eine Million Euro. Die Anwälte von Anders begründen die hohe Forderung mit einer schwer wiegenden Verletzung des Persönlichkeitsrechts. Bohlen hatte in dem Buch behauptet, Anders habe Gelder des Pop-Duos hinterzogen. Anders fühlt sich nach eigener Aussage als "verkaufsfördernde Maßnahme" missbraucht. "Mit diesen Lügengeschichten haben sich der Verlag und Dieter Bohlen auf meine Kosten bereichert."
Der Vertrieb der ersten Auflage von "Hinter den Kulissen" war Anfang Oktober 2003 wegen einstweiliger Verfügungen mehrerer Prominenter gestoppt worden. Neben Anders sahen auch die beiden "Tagesschau"-Sprecher Eva Herman und Jens Riewa sowie Schauspielerin Jenny Elvers-Elbertzhagen durch den Text ihre Persönlichkeitsrechte verletzt. Ende Oktober 2003 war das Buch in einer entschärften zweiten Fassung erschienen. Auch gegen diese hatte es Widerspruch gegeben.
Dieter Bohlen steht auch noch ein anderes Gerichtsverfahren bevor: Der Musikproduzent klagt gegen seinen ehemaligen Werbepartner Müller Milch. Bohlen hatte im August in einem Zeitungsinterview gesagt: "Buttermilch wird von 50-jährigen Bio-Latschenträgerinnen gekauft", woraufhin die Großmolkerei den langjährigen Vertrag fristlos kündigte.
Wie der Sprecher des Landgerichts Augsburg, Karl-Heinz Haeusler, der "Augsburger Allgemeinen" mitteilte, habe das Landgericht den Streitwert der Klage, der sich nach der Höhe des Vertrages richte, auf 500.000 Euro festgesetzt. Nach der Vertragskündigung hatte Müller-Marketingleiter Jens-Oliver Hauck damals erklärt, eine derartige Äußerung sei "schlicht nicht hinnehmbar, erst recht nicht von einem mit uns verbundenen Werbepartner".
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