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Rock-'n'-Roll-Ikone
Chuck Berry im Alter von 90 Jahren gestorben

Rock-'n'-Roll-Ikone Chuck Berry gestorben
Rock-'n'-Roll-Ikone Chuck Berry gestorben FOTO: dpa, wst
Washington. Die Musikwelt trauert um Rock-'n'-Roll-Pionier Chuck Berry: Der US-Musiker ist laut Polizeiangaben am Samstag im Alter von 90 Jahren in seinem Haus nahe St. Louis gestorben.

Berry, der in den 50er Jahren mit Hits wie "Johnny B. Goode" und "Roll Over Beethoven" bekannt wurde, beeinflusste zahlreiche Bands wie die Beatles und die Rolling Stones. Zahlreiche Kollegen verneigten sich vor "Mr. Rock 'n' Roll".

Die Polizei erklärte, "der legendäre Musiker", der mit bürgerlichem Namen Charles Edward Anderson Berry senior hieß, sei leblos in einem Haus entdeckt worden. Die alarmierten Rettungskräfte versuchten demnach vergeblich, ihn wiederzubeleben.

Der Sänger und Gitarrist gilt als einer der Gründungsväter des Rock 'n' Roll und beeinflusste einige der wichtigsten Bands der 60er Jahren wie die Beatles und die Rolling Stones. Berry gehörte zu den ersten Musikern, die 1986 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurden. Die Nachricht vom Tod der Rock-'n'-Roll-Ikone löste große Bestürzung in der Musikwelt aus.

"Chuck, du warst unglaublich"

US-Rocker Bruce Springsteen würdigte Berry auf Twitter als den "größten" Interpreten und Gitarristen in der Geschichte der Rockmusik und den wichtigsten Komponisten des "puren Rock 'n' Roll". Am Anfang seiner Karriere spielte Springsteen in den 70ern Gitarre in Berrys Band und stand nochmals 1995 gemeinsam mit ihm auf der Bühne.

Die Rolling Stones ehrten Berry via Twitter als "wahren Pionier des Rock 'n' Roll". Er habe die Band erheblich beeinflusst. "Chuck, du warst unglaublich und wir werden deine Musik für immer in uns tragen", erklärte Sänger Mick Jagger. Auch Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr verneigte sich vor "Mr. Rock 'n' Roll". US-Musiker Lenny Kravitz erklärte: "Niemand von uns wäre hier ohne dich." Beach-Boys-Gründer Brian Wilson bezeichnete Berry als "große Inspiration" für sein Schaffen.

Von diesen Menschen nahmen wir 2017 Abschied FOTO: rtr, NGH/ES

Berry wurde 1926 in St. Louis geboren und lernte bereits als Kind Gitarre spielen. Als junger Mann schlug er sich mit Gelegenheitsjobs durch und geriet mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt. Später arbeitete Berry als Friseur und trat nebenbei in Musikclubs auf, wo der Bluesmusiker Muddy Waters auf ihn aufmerksam wurde.

"Sweet Little Sixteen", "Carol" und "Johnny B. Goode"

1955 nahm er seine erste Single auf und landete mit "Maybellene" gleich einen Erfolg. Es folgten zahlreiche Hits wie "School Days", "Rock and Roll Music", "Sweet Little Sixteen", "Carol" und "Johnny B. Goode". Berry wurde zu einem der ersten großen schwarzen Musikstars in den USA, der auch beim weißen Publik Erfolg hatte.

Seine Karriere geriet ins Stocken, als er 1959 verhaftet wurde, weil er "zu unmoralischen Zwecken" mit einer 14-Jährigen in einen anderen Bundesstaat gereist war. Berry, der die Vorwürfe bestritt, wurde zu anderthalb Jahren Haft verurteilt.

Erst in den 70er Jahren konnte er wieder an alte Erfolge anknüpfen. In den folgenden Jahren zog er sich nach und nach aus dem Rampenlicht zurück. In einem Club in seiner Heimatstadt St. Louis trat er aber noch regelmäßig mit seinem Sohn Charles Berry junior auf.

An seinem 90. Geburtstag im vergangenen Oktober hatte Berry die Veröffentlichung seines ersten Albums seit fast vier Jahrzehnten angekündigt. Die Platte mit dem schlichten Titel "Chuck" soll im Laute des Jahres erscheinen.

Berry widmete das Album seiner Frau Themetta Berry, mit der er fast 69 Jahren verheiratet war. "Mein Schatz, ich werde alt! Ich habe an dieser Platte lange Zeit gearbeitet. Jetzt kann ich meine Schuhe an den Nagel hängen", erklärte der Musiker.

(vek/AFP)
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