Interview mit dem Swing-Sänger: Cicero setzt auf die Frauen
VON DAS INTERVIEW FÜHRTE SEBASTIAN PETERS - zuletzt aktualisiert: 09.03.2007 - 18:34Düsseldorf (RP). Roger Cicero (36) setzte sich im deutschen Grand-Prix-Vorentscheid mit mehr als 50 Prozent aller Stimmen gegen Heinz-Rudolf Kunze und die zum Schluss weinende Mädchenband Monrose durch. Nun will der Swing-Star am 12. Mai in Finnland auch die Herzen der Europäer erobern. Wir haben mit Cicero am Tag nach dem Erfolg gesprochen.
Glückwunsch, Herr Cicero. Haben Sie nach Ihrem überraschenden Sieg in der Nacht gut gefeiert?
Roger Cicero: Nach der Sendung war ich im Produktionsbüro der Sendung. Da wollte ich mich bedanken, weil es wirklich von meinem Gewinn ganz abgesehen drei ganz tolle Tage mit den Künstlern und dem Team der Sendung waren. Danach bin ich zur Aftershow-Party des Grand Prix gegangen. Da hat meine Plattenfirma noch eine kleine Party organisiert. Ich war zwar um halb drei Nachts schon im Bett, konnte aber bis vier Uhr nicht einschlafen, so nervös war ich noch.
Im Mai geht es nach Finnland. Ist Ihr musikalischer Stil dort ein Vorteil? Swing macht längst nicht jeder.
Roger Cicero: Darauf hoffe ich ein wenig. Ich setze in Helsinki einfach mal auf den Bunte-Hund-Faktor. Swing beim Grand-Prix, das kommt nicht so oft vor.
Vielleicht auch Ihre optische Präsenz. Sie gelten als Frauenschwarm.
Roger Cicero: Sicher zählt bei so einem Grand Prix auch die Optik. Aber darauf kommt es mir eigentlich nicht an. Und das vergangene Jahr mit Lordi als Sieger hat gezeigt, dass man nicht ausdrücklich hübsch sein muss.
An welchen Frauen denken Sie eigentlich bei Ihrem Lied „Frauen regieren die Welt”. An Angela Merkel, Hillary Clinton oder Ségolène Royal?
Roger Cicero: So politisch würde ich den Text jetzt nicht verstehen. Ich denke weniger an politische Führungsfiguren als vielmehr an die emotionale Ebene, das Zwischenmenschliche bei Mann und Frau.
Aber der Trend zu Frauen in hohen politischen Führungsämtern spielt Ihnen in die Karten, oder?
Roger Cicero: Ja, natürlich. Das passt. Vielleicht motiviert das die Leute beim Grand Prix, für mich anzurufen.
Andererseits: Wenn „Frauen die Welt regieren” müsste ja eigentlich in Helsinki eine Frau gewinnen?
Roger Cicero: Stimmt, allerdings kann man den Song auch anders verstehen. Wenn Frauen die Welt regieren, dann wählen sie beim Grand Prix für den Mann, den sie als Sieger sehen wollen. Vielleicht bin ich das ja.
Ein Wort zu den Unterlegenen? Die Monrose haben Tränchen verdrückt. Sie hatten ja vorher mit einer ironischen Spitze auf das Teenie-Publikum der Band Monrose gescherzt, dass die Eltern vor dem Bildschirm die Handys ihrer Kinder verstecken sollten.
Roger Cicero: Ach, das wird alles hoch gekocht. Ich glaube nicht, dass es in der Macht von Eltern liegt, die Handys ihrer Kinder zu verstecken. Das war nur so ein Spruch von mir.
Wer hat sie gewählt? Ältere Menschen mit Festnetzanschluss, die sich ihr Telefon nicht verstecken lassen?
Roger Cicero: Bei mehr als 50 Prozent aller Stimmen war es sicherlich nicht nur eine Zielgruppe. Ich glaube, das Geheimnis meiner Musik ist, dass sie alle Menschen anspricht.
Sie sind nun erst einmal den ganzen März auf Tour. Viel Zeit zum Feiern bleibt da nicht.
Roger Cicero: Ich muss zwangsläufig auf der Bühne feiern, weil es jetzt direkt auf Tournee geht. Aber da oben kann man ja auch am besten feiern.
Wie hoch sind ihre Chancen beim Grand Prix?
Roger Cicero: Das kann ich jetzt, wo ich meine Konkurrenz noch gar nicht kenne, kaum bewerten. Dieses komplizierte Prozedere ist ja fast ein wenig wie eine politische Wahl. Ich lasse nun erst einmal alles auf mich zukommen.
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