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Gedenken an David Bowie
In Oslo spielen die Rathausglocken jetzt Bowies "Changes"

David Bowie - Bilder aus seinem Leben
David Bowie - Bilder aus seinem Leben FOTO: afp, KG/bb/RAB
London. In Brixton sangen 2000 Fans seine Songs,in Oslo spielen nun die Rathausglocken seinen Hit "Changes": Weltweit wird um den Popstar David Bowie getrauert, der am Sonntag gestorben war. Der Sänger soll schon längere Zeit sehr schwach gewesen sein.

In Norwegens Hauptstadt Oslo wird ab Dienstagabend Bowie zu hören sein. Bis Ende Mai würden die Glocken im Rathausturm jeden Abend um 19 Uhr Bowies Song "Changes" anstimmen, kündigten die Behörden an. "Wir bekamen so viele Anfragen, da haben wir uns entschieden, es einfach zu tun", sagte Glockenspielerin Laura Marie Rueslatten der Nachrichtenagentur AFP.

Oslos Rathausglocken stimmen traditionell zu jeder vollen Stunde eine andere Melodie an. Zumeist sind es klassische Stücke - doch zu bestimmten Ereignissen, etwa den Pariser Anschlägen vom November oder dem Tod von Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister Ende Dezember, wird die Liste auch aktualisiert.

Wie schon zu seiner Lebenszeit bleibt die Privatperson David Bowie auch nach seinem Tod ein Geheimnis: Bis Dienstag war nicht klar, wann und wo die britische Rock- und Pop-Ikone bestattet wird. Auch Fragen zu Medienberichten, wonach der Musiker in New York gestorben sei und an Leberkrebs gelitten habe, trafen offiziell auf eisernes Schweigen.

Am Montag war bekannt geworden, dass der Popkünstler am Vortag - zwei Tage nach seinem 69. Geburtstag - einem Krebsleiden erlegen war. Obwohl er 18 Monate lang gegen seine Krankheit gekämpft hatte, wussten nur wenige Eingeweihte Bescheid. So etwa der Regisseur des Musicals "Lazarus", Ivo van Hove, der nun über die Zusammenarbeit mit Bowie berichtete.  "Es war eine sehr intensive Zeit, weil er manchmal sehr krank und in Behandlung war, aber er kam so viel wie möglich zu den Proben", sagte van Hove der "Times". "Er war am Ende sehr zerbrechlich - körperlich, nicht psychisch." Das Musical feierte im Dezember in New York Premiere. David Bowie hatte dafür Musik komponiert. 

Im Nachhinein lässt sich zwar aus einigen ergreifenden Internet-Botschaften von Bowies Frau Iman in den Tagen vor seinem Tod herauslesen, dass er im Sterben lag - doch nicht unbedingt für die tausenden Ahnungslosen, die ihr auf Facebook und Twitter folgten. Seit Bowies Tod ist das einstige Supermodel verstummt, das 23 Jahre lang mit ihm verheiratet war.

Stattdessen gedachten tausende Fans demonstrativ an allen Orten, an denen Bowie gelebt hatte, ihres verstorbenen Idols - von London und New York bis Berlin, wo er in den 1970er Jahren eine seiner kreativsten Phasen erlebte. Im Londoner Stadtteil Brixton, wo Bowie geboren wurde, sangen und tanzten rund 2000 Fans stundenlang zu seinen Hits.

In einer Hommage an Bowie erinnerte die Nasa an seinen Song "Space Oddity", den der kanadische Astronaut Chris Hadfield im Jahr 2013 an Bord der Internationalen Raumstation besonders einfühlsam interpretiert hatte. 

Die berühmte New Yorker Carnegie Hall würdigt den Sänger am 31. März mit einem schon lange geplanten Konzert. Auftreten werden Musiker, die von ihm beeinflusst wurden.

(kl / AFP / dpa)
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