Michael Jackson stirbt nach Herzstillstand: Der King of Pop lag reglos am Boden
zuletzt aktualisiert: 26.06.2009 - 15:07Los Angeles (RPO). Als die Rettungssanitäter um 12.26 Uhr Ortszeit in Michael Jacksons Wohnung in Bel-Air stürmten, lag der King of Pop reglos am Boden und atmete nicht. Erste Wiederlebungsversuche scheiterten. Mit dem Rettungswagen wurde der Superstar schließlich ins Ronald-Reagan-Krankenhaus gebracht - eine Fahrt von sechs Minuten. Ein Team aus Notärzten und Kardiologen dort versuchte über eine Stunde lang verzweifelt, Jackson zu reanimieren - doch auch die Spezialisten konnten das Leben des 50-Jährigen nicht retten. Das US-Popidol starb in Los Angeles - kurz vor seinem geplanten Comeback.
Krankenhaus-Sprecher Fred Corral sagte dem US-Fernsehsender "CNN", Jackson sei am Donnerstag um 14.26 Uhr Ortszeit (23.26 Uhr MESZ) für tot erklärt worden. Er sei offenbar mit einem "vollständigen Herzstillstand" in die Klinik eingeliefert worden.
Jacksons Familienangehörige eilten kurz nach dessen Einlieferung ins Krankenhaus an Michaels Seite. Sein Bruder Jermaine war offenbar als erster vor Ort, wenig später verließen auch Michaels Schwester La Toya und sein Bruder Tito in dunklen Limousinen das Familienanwesen in Encino/Kalifornien, um bei Micheal zu sein. Janet Jackson, wie Michael ein erfolgreicher Pop-Star, bestieg sofort ein Flugzeug nach Kalifornien. Ihr Manager Kenneth Crear erklärte gegenüber "CNN", Janet sei "voller Trauer und am Boden zerstört".
Jackson fühlte sich nicht wohl
Frank Dileo, Manager von Michael Jackson, erklärte auf "CNN"-Anfrage, Jackson habe bereits am Mittwochabend (Ortszeit) beklagt, dass er sich nicht wohlfühle. Voraussichtlich am Freitag sollte eine Autopsie die genaue Todesursache klären. Dazu wird der Leichnam zunächst ans gerichtsmedizinische Institut verlegt.
Jermaine Jackson sagte, ein ganzes Team von Ärzten habe länger als eine Stunde versucht, das Leben seines Bruders zu retten. Auch Michaels persönlicher Arzt habe sofort nach dessen Zusammenbruch bei sich zuhause Wiederbelebungsversuche begonnen. "Sie haben es nicht geschafft", sagte Jermaine Jackson, der auch Sprecher der Familie ist. Er bat, die Privatsphäre der Familie in dieser schweren Zeit zu respektieren.
Die Promi-Website TMZ.com hatte zuvor berichtet, Jackson habe den Herzanfall um kurz nach 12 Uhr Ortszeit erlitten. Eine Mitarbeiterin wählte offenbar "911" - die Notrufnummer in den USA. Um 12.21 brachen die Rettungskräfte zur Wohnung Jacksons auf - fünf Minuten später trafen sie dort ein. Die herbeigerufenen Mediziner hätten erfolglos versucht, ihn zu reanimieren. Die Zeitung "Los Angeles Times" meldete unter Berufung auf Polizei und Behördenvertreter auf ihrer Website, Jackson habe bei Ankunft der Sanitäter in seinem Haus nicht mehr geatmet. Schließlich wurder der King of Pop ins Krankenhaus gefahren, wo er um 13.14 Uhr Ortszeit eintraf.
Medikamentenkonsum als Todesursache?
Die Familie hält einen Zusammenhang zwischen dem Tod des Popstars und seinem Medikamentenkonsum für möglich. Jacksons Tod sei "nicht unerwartet" gekommen, sagte der Anwalt der Familie, Brian Oxman, dem Sender "CNN". Jackson habe in letzter Zeit verschreibungspflichtige Medikamente genommen, um sich für seine bevorstehenden Comeback-Konzerte vorzubereiten. "Ich weiß nicht genau, in welchem Umfang er die Medikamente genommen hat, aber nach dem was, was der Familie berichtet wurde, war der Umfang erheblich" sagte Oxman.
Vor der Klinik versammelten sich hunderte von Fans und trauerten um ihr Idol. "Ich kann nicht glauben, dass wir heute wohl den besten Entertainer der Welt verloren haben", sagte die 49-Jährige Lana Brown, die sich als den "größten Jackson-Fan aller Zeit" bezeichnete. Er sei sofort aus seinem Büro zur Klinik gerannt, sagte ein anderer Fan, Yoshiko Plair. So jemand wie Michael Jackson könne doch eigentlich nicht sterben, "ganz wie Peter Pan".
Künstlerkollegin Madonna zeigte sich geschockt: "Ich kann nicht aufhören zu weinen", erklärte sie auf der Website People.com. Sie habe Michael Jackson immer bewundert, "er war einer der Größten". Produzent Quincy Jones sagte, er finde keine Worte. Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger erklärte, die Welt habe einen der einflussreichsten Persönlichkeiten in der Musikindustrie verloren.
Comeback mit 50 Konzerten war geplant
Nach jahrelanger Bühnenabstinenz hatte Jackson im Frühjahr eine Serie von rund 50 Konzerten ab Juli angekündigt. Mitte Mai wurde der erste geplante Auftritte um einige Tage und die drei weiteren auf das kommende Jahr verschoben. Der Konzertveranstalter versicherte, die Terminänderung habe nichts mit der Gesundheit des Popstars zu tun.
Seine markant hohe Stimme und sein ausgefallener Tanzstil hatten Jackson schon als Kind berühmt gemacht. Das Album "Thriller" brachte ihm 1982 den Durchbruch: Mit mehr als 50 Millionen verkauften Stück avancierte es zur bestverkauften Platte aller Zeiten: Jackson wurde zum "King of Pop". Der Ruhm allerdings machte dem Künstler offenbar zu schaffen, immer exzentrischer wurden sein Verhalten und seine Erscheinung.
Der Fall schließlich kam im Jahr 1993, als er in den Verdacht des Missbrauchs minderjähriger Jungen geriet. Mit Hilfe einer Millionenzahlung entging Jackson zunächst einem ersten Prozess. Im Jahr 2005 schließlich muss er sich erneuten Vorwürfen vor Gericht stellen. Er wurde freigesprochen, führte aber fortan ein Nomadenleben und kämpfte zuletzt auch gegen finanzielle Schwierigkeiten.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





