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Lied auf Platz 1 der iTunes-Charts
Das sagen die Ärzte zur "Schrei nach Liebe"-Aktion

Die Ärzte - Party auf Deutschland-Tour
Die Ärzte - Party auf Deutschland-Tour FOTO: dpa, Patrick Seeger
Düsseldorf. Seit dieser Woche versucht ein Aktionsbündnis erfolgreich, das Lied "Schrei nach Liebe" der Band Die Ärzte zurück in die Charts zu bringen. Die Musiker haben sich nun zu Wort gemeldet und erklärt, was sie mit den Einnahmen planen. Von Christian Spolders

Auf ihrer Homepage teilten die Bandmitglieder Bela B, Farin Urlaub und Rodrigo Gonzalez mit, dass sie die Einnahmen aus dem Verkauf des Liedes spenden wollen. "Die Ärzte finden es gut und wichtig, dass im Radio Stellung bezogen wird", heißt es in einer Mitteilung. "Die Aktion wäre auch mit jedem anderen Anti-Nazi-Song cool. Wenn es unser Lied sein soll, unterstützen wir das aber natürlich gern."

Seit dem 1. September versucht die "Aktion Arschloch", das Lied wieder so stark zu bewerben, dass es 22 Jahre nach der Erstveröffentlichung zurück in die Charts kommt. "Es muss nicht den eigenen Musikgeschmack treffen, aber die Aktion ist eine gute Idee, ein Zeichen zu setzen", heißt es auf dem Blog. In dem Lied richteten sich die Ärzte bereits nach den Anschlägen in Hoyerswerda gegen Rechtsextreme, nun soll das Lied erneut darauf aufmerksam machen, dass Rechtsextremismus in der Gesellschaft nichts zu suchen hat.

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In den vergangenen Tagen waren vereinzelt Stimmen laut geworden, dass die Ärzte sich selbst bereichern wollen. "Wir wollen an dieser Sache definitiv nichts verdienen und werden alle Einnahmen von "Schrei nach Liebe" (auch aus der Gema) an Pro Asyl spenden", teilten die Musiker mit und erklärten, dass die "Aktion Arschloch" unabhängig von der Gruppe arbeite.

Die Aktion erinnert an gleich zwei ähnliche Aktionen aus Österreich und England. Seit einigen Wochen sammelt Raoul Haspel mit einer Schweigeminute Geld für ein Flüchtlingsheim in Traiskirchen – das Lied erreichte Platz eins der österreichischen Charts. 2009 gelang "Rage Against the Machine" mit dem 17 Jahre alten "Killing in the Name" erstmals ein Nummer-eins-Hit, als Fans mit dem Download des Liedes dafür sorgten, dass nicht nur das Gewinner-Lied der Castingshow "X Factor" nicht so erfolgreich wurde wie erhofft, sondern dass auch knapp 95.000 Euro für den guten Zweck zusammenkamen.

In Deutschland hat "Schrei nach Liebe" am Donnerstag Platz eins der iTunes-Single-Charts erreicht und damit aktuelle Lieder wie "Lieblingsmensch" von Namika, "Astronaut" von Sido und Andreas Bourani sowie "Sugar" von Robin Schulz hinter sich gelassen. "Wir wünschen allen Nazis und ihren Sympathisanten schlechte Unterhaltung", ließen die Ärzte ihre Fans noch wissen.

Weitere Informationen zum Flüchtlingsthema in unserem Dossier.

(spol)
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