Los Angeles: Die Polizei sucht Jacksons Arzt
zuletzt aktualisiert: 26.06.2009 - 21:37Los Angeles (RPO). Nach dem mysteriösen Tod von Popstar Michael Jackson gibt es Spekulationen um eine mögliche Überdosis von Schmerzmitteln. Die Gerichtsmediziner begannen am Freitag in Los Angeles mit der Obduktion der Leiche. Ermittler suchen indes nach dem Arzt des "King of Pop".
Die Beamten erhoffen sich von der Befragung des Arztes Hinweise, die zur Klärung der Todesursache führen können, wie eine Sprecherin der Polizei in Los Angeles am Freitag mitteilte. Die Polizei habe einen BMW vor Jacksons Haus abgeschleppt, der einem der Ärzte Jacksons gehören soll.
"Wir haben den Arzt bisher nicht befragen können", sagte Karen Rayner. Das Auto sei abgeschleppt worden, weil es Arzneimittel oder andere Hinweise enthalten könnte, die den Gerichtsmedizinern bei der Klärung der Todesursache helfen könnten. Rayner betonte, dass der Arzt nicht als Verdächtiger gelte.
Am Freitag wurde bereits mit der Obduktion von Jacksons Leiche begonnen. Die Ergebnisse sollten möglicherweise noch im Laufe der Nacht bekanntgegeben werden. Der stellvertretende Leiter der Gerichtsmedizin des Bezirks Los Angeles, Ed Winter, dämpfte allerdings entsprechende Erwartungen. Die Wahrscheinlichkeit sei sehr gering, sagte Winter am Vormittag auf einer Pressekonferenz. "Die Obduktion wird wie bei jedem anderen durchgeführt", erklärte er weiter.
Vergleich mit Tod von Supermodel Smith
Ein früherer Anwalt und Freund der Familie des Popstars berichtete im Sender NBC, dass Jackson Zugang zu verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln gehabt habe. Diese soll er nach einem Sturz von einer Bühne eingenommen haben. Bei dem Sturz brach sie Jackson ein Bein und einen Wirbel. Brian Oxman sagte in dem Interview, er sei über Jacksons Schmerzmittel-Konsum besorgt gewesen. Er habe auch die Familie gewarnt und gesagt: "Eines Tages müssen wir das erleben." Zudem zog Oxman Vergleiche zum früheren Supermodel Anna Nicole Smith. Zwar sei die Todesursache Jacksons noch unklar. "Aber ich hatte Angst vor diesem Tag, und jetzt ist er da."
Jackson bereitete sich zuletzt in Los Angeles auf ein großes Comeback vor: Für den 13. Juli war in London das erste von insgesamt 50 Konzerten geplant. Die O2-Arena, eine riesige Sport- und Konzerthalle in der britischen Hauptstadt, war ausverkauft. Nach Angaben der Organisatoren wollten 750.000 Menschen Jackson in London sehen. Fans sollen jetzt ihr Geld zurückbekommen. Für die Konzerte im früheren Millennium Dome probte Jackson bereits stundenlang mit Tänzern.
Ärzte kämpften vergeblich um Jacksons Leben
Die Feuerwehr in Los Angeles hat am Freitag den Inhalt des Notrufs aus dem Haus von Michael Jackson veröffentlicht. Demnach forderte am Donnerstag ein Unbekannter bei der Notrufnummer 911 Hilfe an. Der Anrufer berichtete, Jackson liege auf einem Bett, er atme nicht und reagiere nicht auf Wiederbelebungsbemühungen. Weiter erklärte der Unbekannte, nur Jacksons Leibarzt sei bei dem 50-jährigen Popstar.
Rettungskräfte versuchten dann zunächst, Jackson in seinem Haus in Holmby Hills im Stadtteil Westwood wiederzubeleben. Danach wurde er in die Universitätsklinik gebracht, wo Ärzte eine Stunde um sein Leben kämpften. "Sie hatten keinen Erfolg", sagte sein Bruder Jermaine. Jackson wurde um 14.26 Uhr (Ortszeit) für tot erklärt. "Wir werden immer bei Dir sein, Michael. Wir lieben Dich", sagte der Bruder. Jackson hinterlässt zwei Söhne im Alter von zwölf und sieben Jahren sowie eine elfjährige Tochter.
Obama: Jackson war eine Musik-Ikone
US-Präsident Barack Obama hat den verstorbenen Jackson als eindrucksvollen Künstler und Musik-Ikone bezeichnet, dessen Leben auch traurige und tragische Aspekte gehabt habe. Wie Präsidentensprecher Robert Gibbs mitteilte, sprach Obama der Familie des Toten sowie dessen Fans sein Beileid aus. Das Repräsentantenhaus legte während einer Debatte zum Klimaschutz eine Schweigeminute zum Gedenken an Jackson ein.
Auch Musikerkollegen äußerten sich bestürzt über die Todesnachricht. "Die Welt hat einen ihrer Großen verloren, aber seine Musik wird immer weiterleben", sagte Madonna. "Ich kann bei dieser traurigen Nachricht nicht aufhören zu heulen." Hollywoodstar Elizabeth Taylor, die mit Jackson eng befreundet war, ist nach den Worten ihres Sprechers "am Boden zerstört". Ex-Beatle Paul McCartney zeigte sich traurig und bestürzt. "Er war ein extrem begabter Junge mit einem sanften Charakter." Weltweit trauerten unzählige Fans des Sängers.
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