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Lana del Reys "Born to Die – Paradise Edition"
Drogen, Vorbilder, Cola und Sex
Lana del Reys "Born to Die – Paradise Edition": Drogen, Vorbilder, Cola und Sex
Das Cover der Neuauflage von "Born to Die" erinnert an die erste Version mit anderem Hintergrund. FOTO: Universal Music
New York. Mit ihrem Album "Born to Die" hat Lana del Rey nicht nur einen Charterfolg ausgelöst, sondern auch eine Legende geschaffen. Trotz persönlicher und politischer Lieder ist sie die unnahbare Diva geblieben. Die Neuerscheinung "Born to Die – Paradise Edition" ist noch persönlicher und ein Konzeptalbum zu ihrem eigenen "American Dream". Von Aaron Clamann

Wer durch eine europäische Großstadt geht, sieht Lana del Rey täglich. Als Werbeträger für die Kampagne des Modeunternehmens H&M blickt sie die Passanten sehnsuchtsvoll an. Man möchte die Mode schon fast aus Mitleid kaufen.

Mit "Summertime Sadness" hat sie den Soundtrack zu einem zu kalten Spätsommer und einem zu warmen Herbst geliefert. Nun veröffentlicht sie die "Paradise Edition" von "Born to Die" – auf den ersten Blick eine Neuveröffentlichung des alten Albums mit einer zweiten CD als Zugabe, auf den zweiten Blick ein komplettes Konzeptalbum über den missglückten amerikanischen Traum.

Springsteen, Elvis und Drogen als Triebfeder

Mit acht neuen Songs und einer eigenen Länge von 33 Minuten und 21 Sekunden geht die "Paradise Edition" als eigenständiges Album durch. Lana del Rey beschreibt in dieser guten halben Stunde ihr Amerika und wird dabei noch persönlicher als bei den meisten bisherigen Veröffentlichungen.

In "American" erzählt sie sarkastisch ihren Amerikanischen Traum, der in ihren Augen von Bruce Springsteen, Elvis und Drogen wie Crystal Meth getragen wird. Der Bezug zu anderen Künstlern gibt etwas von der geheimnisvollen Gestalt Lana del Rey Preis, doch spielen Sarkasmus und Übertreibung in den Texten ebenfalls eine große Rolle.

Sarkasmus und amerikanische Symbole

Den Höhepunkt des Sarkasmus' bildet das Lied "Cola". Darin singt Lana del Rey unter anderem über Geschlechtsteile, die nach Pepsi Cola schmecken. Ernst nehmen muss man den wörtlichen Inhalt sicher nicht, aber wie auf "Gods and Monsters" geht es um Sex und amerikanische Symbole. Bei letzterem Lied enthüllt die Sängerin zudem ihre Verehrung von Jim Morrison, der ein deutliches textliches und musikalisches Vorbild für del Rey gewesen ist.

Musikalisch orientiert sich das Album an den bisherigen Veröffentlichungen. Die Musik wirkt geheimnisvoll und bedient sich Orchesterklängen, breiter Soundteppiche und einzelner Harfen. Die Produktionen verweisen aber immer auch auf den Hintergrund der Produzenten Rick Rubin, Emile Haynie und Rick Nowels. Einflüsse aus Rock, Rap und House sorgen für eingängige Rhythmen auf dem Album.

Lana del Rey ist näher an Eminem als an Rihanna

Im melancholischen Amerikanischen Traum von Lana del Rey dürfen Drogen-Fantasien nicht fehlen. Und so widmet sie mit "Yayo" dem Kokain einen ganzen Song. Damit reiht sie sich ein in die Riege von Künstlern wie J.J. Cale und Eric Clapton, Falco oder Eminem, die die Droge besungen haben.

Insgesamt liegt Lana del Rey mit Liedern von HipHop-Produzenten und ihrem Gesellschaftsbild näher an einem Eminem als etwa an einer Rihanna. Dabei teilt sie sich mit Erstgenanntem auch den Produzenten Emile Haynie.

Dass Lana del Rey auf der neuen Veröffentlichung auch noch "Blue Velvet" interpretiert, bringt den Hörer zurück zu der Frage, ob das, was die Künstlerin macht, alles geplant ist. Bei blauem Samt denkt man wieder an ihre Mode-Plakate und alles wirkt irgendwie sehr durchgeplant.

Quelle: ac/csr/sap/rm
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