| 17.19 Uhr

Konzert in Mitsubishi-Electric-Halle
Noel Gallagher ist auch in Düsseldorf nicht nett zu seinen Fans

Düsseldorf: Arrogante Brit-Pop-Legende - Noel Gallagher in der Stadt
Noel Gallagher bei einem Konzert auf seiner Tour in Deutschland. (Archiv) FOTO: dpa, ahe htf
Düsseldorf. Der große arrogante Mann der britischen Rockmusik hat sich nach drei Jahren wieder in Düsseldorf blicken lassen: Noel Gallagher. Obwohl er sich bereits 2009 von Oasis getrennt hat, scheint er weiterhin mit seinem Bruder Liam zu wetteifern – um die unfreundlichsten Zwischenansagen. Von Max Florian Kühlem

Als eine Argentinierin ein Transparent (zumindest behauptet sie auf diesem, aus Argentinien zu kommen) mit einem Songwunsch hoch hält, richtet er seine ersten Worte an die rund 4000 Fans in der Mitsubishi-Electric-Halle: "Du weißt, wenn man einen Songwunsch hoch hält, kann man immer sicher sein, dass er definitiv nicht gespielt wird."

Und überhaupt, warum komme sie den ganzen Weg von Argentinien, wo er auf seiner aktuellen Tour doch auch dort spiele? Der gewünschte Song stammt natürlich aus der Oasis-Zeit: Es ist "Sunday Morning Call" und Noel Gallagher spielt ihn tatsächlich nicht, denn anders als bei der aktuellen Tour seines Bruders stellt er sein Solowerk klar in den Vordergrund. Er beginnt das Konzert mit gleich vier Titeln des aktuellen Albums "Who built the Moon?" – und es ist teilweise erschreckend, wie wenig Stimmung dabei aufkommt.

Publikum tanzt zu 90er-Songs

Bei Kritikern ist der neue, hypnotisch fließende, mit Bläsersätzen und elektronischen Flächen angereicherte Sound zwar gut angekommen und auch Fans kaufen das neue Material artig und setzen sich hochachtungsvoll damit auseinander. Man erkennt gern an, dass musikalische Weiterentwicklung für einen umtriebigen Rockstar, der schon in den 1990er-Jahren mit elektronischen Gruppen wie den Chemical Brothers kollaborierte, unerlässlich ist. Feiern wollen die Leute trotzdem lieber zu den alten Sachen.

"Little by Little", den ersten Oasis-Song nimmt das Publikum mit beglückten Jubelrufen auf und bei einer feinen akustischen Version von "Don't Look Back in Anger" liegen sich Menschen, die in den 1990er-Jahren jung waren, verzückt in den Armen und grölen den Refrain im Alleingang aus voller Seele.

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Aber auch ältere Stücke aus dem Solowerk des 50-jährigen Brit-Poppers kommen gut an: "If I Had a Gun" zum Beispiel, "AKA… What a Life!" oder das selbst für Noel Gallaghers Verhältnisse experimentelle "The Right Stuff", das fast ohne Text und hauptsächlich Stimmeinlagen seiner Background-Sängerin auskommt. Trotzdem: Der Mann muss aufpassen, nicht frühzeitig zur lebenden Legende zu werden.

 
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