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Paris Jackson panorama 2009-0707 ap
  Foto: AP Pool, AP
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Abschied von Michael Jackson: "Er war jeden Tag der beste Vater"

VON JÖRG ISRINGHAUS - zuletzt aktualisiert: 08.07.2009 - 08:12

Los Angeles (RP). Rund eine Milliarde Menschen verfolgten weltweit die Trauerfeier für den „King of Pop”. Wegbegleiter, Künstler und Freunde würdigten im Staples Center in Los Angeles die Lebensleistung des 50-Jährigen. Berührende musikalische Einlagen lieferten unter anderem Mariah Carey, Stevie Wonder, Jennifer Hudson und Lionel Richie. Bewegende Worte fand Jacksons elfjährige Tochter Paris.

Am Anfang war Stille. Mit mehreren Schweigeminuten begann gestern die Trauerfeier für Michael Jackson im Staples Center in Los Angeles. Andächtig erwiesen die rund 18.000 Zuschauer, die ein Ticket für die Veranstaltung zugelost bekommen hatten, dem toten Popstar ihren Respekt. Zu Klängen des Andrae Crouch Gospel-Chores, vor dem Bild eines Kirchenfensters, wurde der mit roten Rosen geschmückte Sarg in die Halle getragen und dort aufgebahrt.

"Michael Jackson hat so viel getan, um unsere Welt zu heilen”, sagte Reverend Lucius Smith zu Beginn des überraschend zurückhaltend inszenierten Gedenkabends, „und er wollte sein Werk, seine Seele mit uns teilen. So lange wir uns an ihn erinnern, wird er bei uns sein.”

Den musikalischen Auftakt in einem ganzen Reigen von Stars machte Mariah Carey, die im Duett mit Trey Lorenz „I‘ll Be There” sang. Später widmeten Lionel Richie, eine rote Rose am schwarzen Anzug, und Stevie Wonder dem verstorbenen Sänger jeweils einen Song. „Dies ist ein Moment, von dem ich hoffte, ich müsste ihn nie erleben”, sagte Wonder. „Aber Gott hat Michael mehr gebraucht als wir.” Jennifer Hudson interpretierte den Jackson-Song „Will You Be There”, der mit der eingespielten Stimme des King of Pop allmählich ausklang ­ und für Tränen im Publikum sorgte. Die Brüder des verstorbenen Stars, alle mit gelben Krawatten und roten Rosen, bedankten sich persönlich bei jedem Künstler.

Viele Wegbegleiter, zumeist Künstler, würdigten die Lebensleistung Jacksons. Sängerin Queen Latifah nannte ihn den „größten Star auf Erden”. Berry Gordy, Gründer der Plattenfirma Motown, hielt eine bewegende, teils sogar launige Ansprache. „Sicher gab es Fehlentscheidungen ­- aber Michael hat alles erreicht, wovon er geträumt hat”, sagte er. Und: „Ich glaube, dass der Titel King of Pop nicht groß genug für Michael ist -­ er ist der größte Entertainer, den es jemals gegeben hat.” Damit riss er die Zuschauer von ihren Sitzen.

Pop-Musiker John Mayer spielte eine Instrumentalfassung des Jackson-Stücks „Human Nature”. Jermaine Jackson erntete Standing Ovations mit dem Lieblingssong seines Bruders, „Smile”, und musste selbst um Fassung ringen. An der rechten Hand trug er einen Glitzerhandschuh, so wie es sein Bruder auf der Bühne oft getan hat. Usher, eine gelbe Rose am Revers, trat mit dunkler Sonnenbrille auf und sang neben Jacksons Sarg „Gone To Soon” („Zu früh gegangen”).

Auch Sportler traten auf, um Jackson die letzte Ehre zu erweisen. Basketball-Star Magic Johnson erzählte eine lustige Anekdote und bedankte sich bei dem Pop-Star dafür, dass er so viele Türen für Afroamerikaner geöffnet habe. Schauspielerin Brooke Shields kämpfte mit den Tränen, als sie daran erinnerte, wie sie Jackson kennen gelernt hatte. „Wir beide mussten sehr früh erwachsen werden”, sagte sie. „Aber er liebte es zu lachen. Er hatte einen großen Sinn für Humor.” Am Ende las sie eine Passage aus „Der kleine Prinz” von Saint-Exupéry und wandelte sie ab -­ auch Michael habe mit dem Herzen gesehen.

Am Ende sangen alle Künstler begleitet von Kindern gemeinsam auf der Bühne „Heal The World” -­ und Jacksons Tochter Paris nannte ihren Vater unter Tränen „den besten, den man sich vorstellen kann -­ ich liebe ihn”. Die letzten Worte hatte Reverend Smith mit einem Gebet. „Heute muss sich der King of Pop vor dem König der Könige verneigen.” Ein bewegender Abschied.

Das erwartete Chaos rund um das Staples Centre blieb aus. Statt der erwarteten 700.000 belagerten nur einige zehntausend Fans die Halle im Herzen von Los Angeles. Sie mussten sich mit dem Anblick der Wagenkolonne zufrieden geben ­- im näheren Umkreis des Staples Centres hatte man auf Video-Leinwände verzichtet. Landesweit war die Trauerfeier jedoch in rund 80 Kino- und Theatersälen zu sehen. Weltweit vermutete man rund eine Milliarde Menschen vor den Fernsehern. Auch in Deutschland zeigten mehrere Sender die Trauerfeier in voller Länge, die „Tagesschau” wurde verschoben.

Die Polizei hatte sich mit einem Großaufgebot von 3000 Sicherheitskräften für die Trauerfeier gerüstet. Kosten von rund vier Millionen Dollar schlugen dafür zu Buche -­ so viel wurde zuletzt 1984 ausgegeben, als die Olympischen Spiele in Los Angeles gastierten. Komplette Straßenzüge in der Innenstadt waren gesperrt. Ursprünglich sollte Jacksons Sarg in einem Hubschrauber vom Forest Lawn Memorial Park, wo die private Trauerfeier stattfand, zum Staples Center transportiert werden, aus Sicherheitsgründen entschied sich die Polizei kurzfristig um. Trotzdem säumten Fans Teile der Strecke, um einen Blick auf den Leichenwagen zu erhaschen.

Selbst an der letzten Ruhestätte des Popstars spielt die Sicherheit eine Rolle. Aus Angst vor Grabräubern oder Leichen-Entführern will die Familie den 25.000 Dollar teuren Sarg einbetonieren lassen. Eines ist auf jeden Fall klar: Das Kapitel Michael Jackson ist mit seinem Tod noch lange nicht zu Ende.

Alle Hintergründe zum Tod von Michael Jackson finden Sie in unserem Special.

Quelle: Rp

 
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