CD-Kritik: Eric Burdon: "My Secret Life"
zuletzt aktualisiert: 09.06.2004 - 15:35Seit 20 Jahren hatte Eric Burdon kein richtiges Studio-Album mehr aufgenommen. Über "My Secret Life" können sich jetzt seine Fans um so mehr freuen. Hier setzt der Rockveteran auch seine Erfahrungen in Jazz und Blues um und bietet quasi eine Vertonung seiner Buchbiographie, die übrigens den gleichen Namen wie die CD trägt.
Diese CD nimmt man am besten mit ein wenig Ehrfurcht aus der Verpackung. Schließlich wurde sie von Eric Burdon aufgenommen, und der Mann kann mit der linken Fingerkuppe mehr als sämtliche "Star Search"-Klone mit einer Hand. Mit den Animals spielte er vor rund 40 Jahren den Hit "House Of The Rising Sun" ein, er war Frontman von WAR, einer der größten Funkbands der 70er Jahre.
Er war ganz oben und nach ungezählten Drogenexzessen oft wieder ganz unten. Gehalten hat er sich trotzdem, die letzten Live-Auftritte zeigten einen zwar etwas dicken, aber quicklebendigen Burdon. Ein richtiges Studioalbum hat Burdon seit 20 Jahren nicht mehr vorgelegt, umso dankbarer wird "My Secret Life" von den Fans aufgenommen werden.
Das Album ist praktisch die Ton gewordene Umsetzung seiner Buchbiografie gleichen Namens. Den Titelsong will Burdon als Hommage an einen anderen Meister, an Leonard Cohen, verstanden wissen. Mit einem Augenzwinkern wendet sich der Rockveteran dem Jazz zu und vergisst den Blues nicht. Bei Blues-Legende Alexis Korner sammelte Bourdon seine ersten Live-Erfahrungen, "Can't Kill The Boogieman" ist das Ergebnis einer Session mit John Lee Hooker. Und wenn die CD zu Ende ist, hört man sie sich gleich noch einmal an, weil Burdons Texte und seine Musik gleichermaßen eine Menge zu erzählen haben.
Von Stefan Lange
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