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"Wir-Gefühl" der Europäer
Eurovision Song Contest erhält Karlsmedaille

Fotos: Jamie-Lee Kriewitz feiert ihren Sieg
Fotos: Jamie-Lee Kriewitz feiert ihren Sieg FOTO: dpa, hk soe
Aachen. Der Eurovision Song Contest (ESC) erhält die diesjährige Karlsmedaille für europäische Medien. Der ESC fördere das "Wir-Gefühl" der Europäer, weil er neben der Musik die einzelnen Länder und ihre Bürger in den Fokus rücke, so die Begründung.

Damit würdigt das Kuratorium des Vereins "Medaille Charlemagne" die Verdienste des ESC als transnationale beziehungsweise europaübergreifende Veranstaltung, wie die Organisation am Montag in Aachen mitteilte. Die Generaldirektorin der European Broadcasting Union, Ingrid Deltenre, wird die Auszeichnung am 28. April in Aachen entgegennehmen. Die Laudatio hält der schwedische Musiker und Komponist der Gruppe ABBA, Björn Kristian Ulvaeus. Der ESC-Sieg 1974 mit "Waterloo" brachte ABBA den internationalen Durchbruch.

"Wir-Gefühl" der Europäer

Der ESC fördere das "Wir-Gefühl" der Europäer, weil er neben der Musik die einzelnen Länder und ihre Bürger in den Fokus rücke, sagte Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU). Das sei auch angesichts der Gefahr eines Auseinanderbrechens der Europäischen Union wichtig. Der Kuratoriums-Vorsitzende Michael Kayser erklärte, der ESC gebe den Bürgern Europas die seltene Gelegenheit, sich über die Grenzen hinweg miteinander verbunden zu fühlen. "Durch die Präsentation der einzelnen Teilnehmerländer rücken diese dem Zuschauer näher und werden greifbar." Der Vorsitzende des Karlspreis-Direktoriums, Jürgen Linden, betonte, in Europa mangele es an einem übergreifenden Gemeinschaftsgefühl, das Voraussetzung für Toleranz, Nähe und Vertrauen sei.

Karlspreis an Papst Franziskus

Mit der undotierten Karlsmedaille werden seit dem Jahr 2000 im Vorfeld der Verleihung des internationalen Karlspreises europäische Persönlichkeiten oder Institutionen ausgezeichnet, die sich auf dem Gebiet der Medien besonders um die europäische Vereinigung verdient gemacht haben. Frühere Preisträgern waren der britische Schriftsteller Timothy Garton Ash, die russische Zeitung "Novaya Gazeta", die Verlegerin Inge Schönthal-Feltrinelli oder die Menschenrechtsorganisation "Reporter ohne Grenzen". Der Karlspreis geht in diesem Jahr an Papst Franziskus.

Gestiftet wird der Preis vom Verein "Medaille Charlemagne pour les Medias Europeens". Ihm gehören unter anderen die Städte Aachen und Maastricht, die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens, die Landesanstalt für Medien NRW, die Film- und Medienstiftung NRW, der Europäische Kulturkanal Arte, BBC World News, die Deutsche Welle und der Zeitungsverlegerverband Nordrhein-Westfalen an.

(KNA)
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