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"The Voice"-Gewinnerin ist Favoritin
Wer macht das Rennen für den Song Contest?

ESC2016: Zehn Kandidaten proben den großen Auftritt
ESC2016: Zehn Kandidaten proben den großen Auftritt FOTO: dpa, hk sab
Köln. Donnerstagabend fällt in Köln die Entscheidung über den deutschen ESC-Beitrag. Zehn Musiker und Bands stehen zur Wahl, zu den Favoriten gehören Alex Diehl und Jamie-Lee Kriewitz. Dass der Sieger die Wahl auch annimmt, ist ausgemacht. Von Jörg Isringhaus

Für die zehn Musiker und Bands, die in Köln um den deutschen Beitrag für den Eurovision Song Contest (ESC) ringen und singen, ist die Teilnahme am Vorentscheid gleich in mehrerlei Hinsicht ein Glücksfall. Erstens, weil sie als potenzielle ESC-Kandidaten ausgewählt wurden. Und zweitens, weil es überhaupt einen Vorentscheid gibt. Denn eigentlich war es der Plan des NDR gewesen, Xavier Naidoo mit einem Lied nach Stockholm zum Finale zu schicken.

NDR zog Xavier Naidoo zurück

Doch nach Proteststürmen gegen den wegen angeblich rechtspopulistischer Äußerungen umstrittenen Sänger hatte der NDR seinen Favoriten zurückgezogen. Deshalb dürfen die Zuschauer den Künstler wählen, der ihrer Meinung nach die besten Chancen hat, das Debakel vom vergangenen Jahr wieder wettzumachen.

Diesmal jedoch hat sich der Sender abgesichert, dass der Vorentscheid-Gewinner die Wahl auch annimmt. Im vergangenen Jahr hatte Sieger Andreas Kümmert verzichtet, und die Zweitplatzierte Ann Sophie war nachgerückt. Sie landete beim Finale in Wien auf dem letzten Platz. Um einen erneuten Patzer zu vermeiden, habe man im Vorfeld intensive Gespräche mit den Künstlern geführt und Vereinbarungen getroffen, sagte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber. Kandidatin Jamie-Lee Kriewitz, wie Kümmert Siegerin der Casting-Show "The Voice of Germany", erklärte: "Keine Sorge, ich fahre auf jeden Fall nach Stockholm, wenn ich gewinnen sollte!"

Halbwegs originell und ESC-kompatibel 

Das gilt selbstverständlich auch für die Mitbewerber, die ein breites musikalisches Spektrum abdecken. Tatsächlich hat der NDR zusammengekratzt, was auf dem hiesigen Markt einigermaßen massentauglich, halbwegs originell und am Ende auch ESC-kompatibel ist. Ein gregorianischer Pop-Chor ist dabei samt dezent funkelnder Kutten (Gregorian), eine erfolgreiche Bombastrockband samt ironiebegabtem Sänger (Avantasia) sowie das Indie-Avantgarde-Projekt des singenden Schauspielers Christian Friedel (Woods of Birnam).

Alle drei haben aber wohl nur Außenseiterchancen gegen die Favoriten Alex Diehl und Jamie-Lee Kriewitz. Beide verfügen über ein solides Fan-Fundament und bringen einen bereits erfolgreichen Song mit. Diehl hatte sein Stück "Nur ein Lied" nach den Pariser Terrorangriffen innerhalb von 15 Minuten geschrieben und danach ins Internet gestellt, mehr als sieben Millionen Mal wurde es mittlerweile aufgerufen. Der Sänger liefert ein gutes Gesamtpaket - bäriger Typ mit dezenter politischer Botschaft, das passt in die Zeit und hat vielleicht den "Ein-bisschen-Frieden"-Effekt.

Jamie-Lee Kriewitz punktet mit Girlie-Charme

Die 17-jährige Kriewitz punktet mit Girlie-Charme und kann als Castingshow-Gewinnerin mit einer großen Unterstützer-Riege rechnen. Dazu stand ihr Song "Ghost" auf Platz eins der iTunes-Downloadcharts und Platz elf der Musikcharts. So weit nach oben schaffte es keines der heute zur Wahl stehenden Stücke.

Mit dabei sind noch die Duos Joco und Keoma, die Band Luxuslärm und die Sängerinnen Ella Endlich und Laura Pinski. Letztere ist 19 und stammt aus Düsseldorf. Ihr Lied "Under The Sun We Are One" wurde von ESC-Veteran Ralph Siegel komponiert. Sollte sein Song den Vorentscheid gewinnen, würde er zum 25. Mal bei dem Wettbewerb antreten, für den er 1982 mit "Ein bisschen Frieden" den Siegersong geschrieben hatte. Pinski sagte, Siegels neues Lied habe eine Botschaft, die zum ESC passe: Wir sind alle gleich. Es gibt aber noch eine andere, und die betrifft Siegel selbst. Sie lautet: nie einen Traum aufgeben.

Quelle: RP
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