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Deutschlands Star beim ESC 2016
Darum ist Xavier Naidoo so umstritten

Xavier Naidoos umstrittene Äußerungen
Xavier Naidoos umstrittene Äußerungen FOTO: dpa, fis htf vfd
Düsseldorf. Sänger Xavier Naidoo tritt für Deutschland beim Eurovision Song Contest 2016 an. Damit nominiert die ARD einen der erfolgreichsten deutschen Sänger - aber auch einen der umstrittensten.  Von Sascha Wandhöfer

"Ich trete an, um das Ding nach Hause zu holen", zitiert die ARD Xavier Naidoo auf ihrer offiziellen Seite zum Eurovision Song Contest. Wohl noch nie hat sich ein so erfolgreicher Künstler wie Naidoo dem Wagnis ESC gestellt. Jedes seiner Alben hat es auf Platz 1 der deutschen Charts geschafft, zwölf Platin-Auszeichnungen hat er dafür bekommen, dazu zahlreiche Preise als Künstler, zuletzt den Bambi "Musik national" für die Vox-Sendung "Sing meinen Song".

Fotos: Xavier Naidoo – Söhne Mannheims, The Voice und Sing meinen Song FOTO: dpa, ped wst sab

Doch der Sänger steht auch immer wieder in der Kritik: Bei einem Auftritt im Morgenmagazin von ARD und ZDF im Jahr 2011 erklärte er: "Wir sind nicht frei. Wir sind immer noch ein besetztes Land. Deutschland hat keinen Friedensvertrag, und dementsprechend ist Deutschland auch kein echtes Land und nicht frei."

Es folgten Auftritte bei Demonstrationen und Kundgebungen. Viel beachtet war Naidoos Auftritt am Tag der Deutschen Einheit 2014 vor dem Reichstag. Dort stand er bei einer Veranstaltung auf der Bühne, welche die "Reichsbürger" – eine Vereinigung, die Deutschland nicht als souveränen Staat, sondern "BRD GmbH" betrachtet – mitorganisiert haben. Neben der Bühne waren Plakate zu sehen mit Aufschriften wie: "Die Befreiung ist nicht erfolgt!" oder "Die BRD ist nicht Deutschland".

"Ich hab keine Ahnung, wer hier steht, ich repräsentiere die Liebe", sagte Naidoo dort. Dabei stand das groß auf den Plakaten neben ihm. Gleichzeitig verbreitete er Verschwörungstheorien zu den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 weiter: "Wer das als Wahrheit hinnimmt, was da geschehen ist, der hat den Schleier vor den Augen."

ESC 2014 - ein paar schräge Momente FOTO: afp, agz

"Hat Deutschland 'ne Verfassung? Weil wir eigentlich kein richtiges Land sind, sondern immer noch besetzt?" – in einem Youtube-Video, das ihn bei einem Auftritt auf einem Kleinlaster zeigt, fordert er sein Publikum auf, darüber nachzudenken – schiebt aber auch nach: "Macht euch schlau, vielleicht ist das, was wir erzählt haben aber auch alles Bullshit."

Beim Kurznachrichtendienst Twitter sind sich die Nutzer einig, dass Xavier Naidoo deswegen als Sänger beim Eurovision Song Contest keine gute Entscheidung ist: 

 

Und auch erster Spott macht sich breit: 

Auch der frühere ARD-Moderator Tobi Schlegl und die Infowelle des Hessischen Rundfunks melden sich kritisch zu Wort:

 

Auch eine Petition gegen Xavier Naidoo als deutschen Vertreter beim Eurovision Song Contest wurde bereits gestartet. ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber verteidigt die Entscheidung in einem Interview auf der ARD-eigenen Seite zum ESC: "Xavier Naidoo ist weder rechtspopulistisch noch homophob oder antisemitisch. [...] Xavier Naidoo steht seit Langem für Werte wie Frieden, Toleranz, Liebe."

Einige umstrittene Äußerungen von Naidoo haben wir hier zusammengefasst.

(RPO)
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