Lena will den Titel verteidigen: Hamburg und Niedersachsen streiten um ESC 2011
zuletzt aktualisiert: 30.05.2010 - 15:15Oslo (RPO). Kaum hat Lena Meyer-Landrut den Eurovision Song Contest mit einem Erdrutschsieg zum zweiten Mal nach Deutschland geholt, schon schielt die Politik auf den Glamour des Musikwettbewerbs: Hamburgs Bügermeister Ole von Beust reklamiert den Contest für sich - Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff will ihn in Lenas Heimatstadt Hannover holen.
Für Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) ist die Sache klar: Der Eurovision Song Contest 2011 soll in Hamburg stattfinden, dem Standort des NDR. Der Grand Prix im kommenden Jahr gehöre nach St.Pauli, nach Hamburg, sagte er am Sonntag im Gespräch mit NDR 90,3. "Die Stadt fiebert seit Jahren mit dem Grand Prix und wir werden alles tun, um ihn in Hamburg möglich zu machen", fügte er hinzu.
NDR-Intendant Lutz Marmor wollte sich noch nicht auf eine Stadt festlegen. Das werde erst nach sorgfältiger Prüfung der verschiedenen Möglichkeiten entschieden, sagte Marmor.
Ministerpräsident Wulff hat dagegen seinen Wunsch, den Grand Prix in die "Medienstadt Hannover" zu holen, ebenso angemeldet. Die Ausrichtung des Wettbewerbs könnte nach Schätzungen bis zu 20 Millionen Euro kosten.
Der Austragungsort des Eurovision Song Contest liegt traditionell in dem Land des Vorjahressiegers. Seit dem Jahr 2000 war das Finale jeweils in den Hauptstädten des entsprechenden Landes ausgetragen worden - bis auf 2004, als die Türkei ihr Finale nicht in Ankara, sondern in Istanbul ausrichtete. In Deutschland war der Wettbewerb 1983 in München veranstaltet worden.
Lena will wieder antreten
Auch über die Frage, wer den Titel für Deutschland im eigenen Land verteidigen soll, ist bereits eine Debatte entbrannt. "Es ist nichts natürlicher, als wenn der Sieger im eigenen Land den Titel verteidigt." Auf Raabs Frage, ob sie noch einmal für Deutschland starten würde, sagte Meyer-Landrut: "Ja, ich wäre dabei."
Raab selbst verklärte "Unser Star für Oslo" direkt zur "nationalen Aufgabe". Die von Skandalen wie bei "Deutschland sucht den Superstar" freie Show brachte zunächst nur geringe Einschaltquoten. Beim ESC-Finale schauten dafür im inzwischen vom Lena-Fieber infizierten Deutschland 14,7 Millionen Menschen zu, mehr als beim Sieg von Nicole 1982 - Raab hat sich damit selbst ein Denkmal errichtet.
Nach dem Triumph war er der Erste, der große Töne spuckte. "Ich habe nichts anderes erwartet, ehrlich gesagt", sagte Stefan Raab nur wenige Minuten, nachdem Lena Meyer-Landrut den Eurovision Song Contest gewonnen hatte. In den Tagen vorher in Oslo hatte sich das noch anders angehört, öffentlich sprach Raab da bestenfalls von einer Top-Ten-Platzierung als Ziel."Wir haben vorher ein bisschen auf kleinlaut gemacht", sagte er nun - ob dem tatsächlich so ist oder ob der 43-Jährige trotz der Lena-Euphorie an den Siegchancen gezweifelt hatte, lässt sich bei dem gerne auf alles mit einem unergründlichen Lachen reagierenden Raab schwer abschätzen.
In Oslo hat sich Lena am Samstagabend im Übrigen nur sehr kurz feiern lassen. Ihre Siegesparty in einem Hotel besuchte sie nur etwa zehn Minuten. Nach einem Gang durch die Menschenmenge verließ sie die Feier wieder. Medienvertreter und zahlreiche Fans hatten sich auf der Party getummelt und ein Durchkommen der Sängerin kaum möglich gemacht.
Raab setzt 10.000 Euro auf Lenas Sieg
Immerhin setzte Raab noch am Samstag kurz vor dem ESC-Finale 10.000 Euro bei Buchmachern auf Lenas Sieg - das Geld hatte er beim Bayerischen Fernsehpreis für sein Konzept für "Unser Star für Oslo" gewonnen. Mit dem Gewinn will Raab nun eine Party für Lena und für sein Team spendieren. "Scheiß drauf, wird gesetzt, vielen Dank noch mal an die Bayerische Landesbank", so gewohnt frech beschrieb Raab bei der Sieger-Pressekonferenz von Lena seine Entscheidung, mit dem Geldgewinn zu zocken. Bei dem Auftritt vor der Presse war er, wie stets in den vergangenen Tagen, unmittelbar an der Seite der 19-Jährigen.
NDR und ProSieben hatten in diesem das erste Mal gemeinsam nach dem deutschen Teilnehmer am Eurovision Song Contest gesucht. Die Zusammenarbeit soll im kommenden Jahr fortgesetzt werden.
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