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Eurovision Song Contest
Roman Lob schafft den achten Platz
Roman Lob überzeugt mit schlichten Gesten
Roman Lob überzeugt mit schlichten Gesten FOTO: dpa, Jörg Carstensen
Düsseldorf. Eigenlob ist ja nicht immer beliebt, aber im Fall von Roman Lobs Auftritt beim Eurovision Song Contest absolut angebracht. Nach diversen Hupfdolen, Nebel- und Lichtshows so wie schmachtenden Einlagen, war der Auftritt des deutschen Kandidaten angenehm zurückgenommen. Mit der Ballade "Standing Still" schaffte er den achten Platz.

Auch in diesem Jahr übertrafen sich die Sängerinnen und Sänger nur allzu oft gegenseitig mit extrem aufreizenden, grellbunten oder triefig gefühlvollen Auftritten. Dagegen war die Performance von Roman Lob wunderbar einfach.

Die graue Mütze und der Welpenblick brachten Roman Lob nicht das ganz große Glück. Der 21-Jährige schaffte aber sein Ziel, mit der Ballade "Standing Still" unter die ersten Zehn zu kommen. Ein solider achter Platz, gute 110 Punkte. Feiern will er, nicht stillstehen und Musik machen, wie er schon vorher sagte.

Lob freut sich über seine Top-Ten-Platzierung. "Super! Das war mein Ziel. Ich bin super happy", sagte der 21-Jährige in der Nacht zum Sonntag in einer Live-Schaltung der ARD nach Baku.

Wie schon Lena setzte der deutsche Sänger auf die Wirkung seiner Stimme statt auf Show-Effekte. Mit dem Ergebnis, dass man sich vorübergehend regelrecht erholen konnte, von all den visuellen und akustischen Explosionen, von der Dramatik und dem Posen.

Heimat fieberte mit

Mehr als 1000 Menschen verfolgten in Roman Lobs Heimatort gemeinsam seinen Grand-Prix-Auftritt in Baku verfolgt. Freunde, Bekannte, Verwandte und viele andere hatten sich zum Public Viewing in die Stadthalle von Neustadt (Wied) in Rheinland-Pfalz getroffen, um ihrem Schützling die Daumen zu drücken. Als Roman Lob seinen Song "Standing Still" gesungen hatte, jubelte das Publikum frenetisch und rief immer wieder "Roman, Roman".

"Wir werden zufrieden sein, egal, wie es ausgeht", hatte Ortsbürgermeisterin Jutta Wertenbruch die Veranstaltung zuvor kommentiert. Die Neustädter hatten Lob gute Chancen zugerechnet. "Ich hatte von Anfang an geglaubt, dass er weit kommen könnte", sagte Heinz-Jörg Dähler, Schulleiter der Realschule, die Roman Lob besucht hatte.

Lob gratuliert Loreen

Zum deutlichen Sieg der Schwedin Loreen sagte er: "Gratulation an Schweden. War ne super Performance (...) Schweden ist unter meinen Top drei gewesen. Loreen hats einfach super gemacht, "Euphoria" ist nen Supersong und der wird super viel Erfolg haben. Ich wünsch ihr alles Gute".

Am Montagmorgen geht es für den gelernten Industriemechaniker aus Neustadt (Wied) zurück nach Deutschland - seine Zeit beim ESC werde er wohl nie vergessen, sagte Lob. "Wir haben jetzt wochenlang da dran gearbeitet. Es war ne super Zeit hier in Baku. Ich werds auch vermissen (...) War der Hammer." Er wolle jetzt auf jeden Fall weiter Musik machen und von Herbst an auf Tour gehen.

Lob wurde bei der Castingshow "Unser Star für Baku" ausgewählt, Deutschland beim diesjährigen Gesangswettbewerb zu vertreten. Sieger wurde Loreen für Schweden.

Zu den Top-Favoriten gehören allerdings andere Künstler, wie die schwedische Sängerin Loreen, die überlegen in Baku gewann, und die russische Gruppe Buranovskiye Babushki, die mit ihrer unerwarteten Up-Tempo-Nummer bereits im Vorfeld für Aufsehen gesorgt hatte und am Abend den zweiten Platz erzielte.  

Quelle: rm
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