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US-Rockband
Großartiger Auftritt von Fleetwood Mac in Köln

Fotos: Großartiger Auftritt von Fleetwood Mac in Köln
Fotos: Großartiger Auftritt von Fleetwood Mac in Köln FOTO: dpa, hka hpl
Köln. Die legendäre Band Fleetwood Mac hat ihr einziges Deutschland-Konzert vor 14.500 Fans in der Kölner Lanxess-Arena gegeben - in der Ur-Besetzung. Eine fantastische Show voller schöner Momente. Von Philipp Holstein

Wie war es?

Großartig. Köln war der einzige Deutschland-Termin auf der aktuellen Tournee von Fleetwood Mac. Das Besondere: Auf der Bühne stand die legendäre Besetzung, die das Album "Rumours" aufnahm: Mick Fleetwood, Lindsay Buckingham, John McVie, Stevie Nicks - und Christine McVie, die nach 16 Jahren Pause in die Band zurückgekehrt war. "Rumours" aus dem Jahr 1977 gehört zu den zehn erfolgreichsten Alben der Rockgeschichte, mehr als 40 Millionen Mal wurde die Platte verkauft.

Wie war die Show?

Fleetwood Mac spielte "Rumours" nahezu komplett. Sie begannen mit "The Chain", schlossen das wunderschöne "Dreams" an, brachten "Go Your Own Way" und "Don't Stop". Zudem gab es einiges aus "Tusk" und die großen Hits der 80er Jahre; "Little Lies" etwa und "Everywhere", dessen Schönheit man schon fast vergessen hatte. In der Mitte thronte Mick Fleetwood an seinem Schlagzeug, das sehr effektvoll von unten beleuchtet wurde. Im Hintergrund flackerte eine Art Bildschirmschoner-Atlantis über die mächtige LED-Wand: Wälder im Gegenlicht, Natur, psychedelisch verfremdete Landschaften. Für die Show-Elemente sorgten Lindsay Buckingham und Stevie Nicks. Nicks sah in ihrem schwarzen Kleid mit den Fledermaus-Ärmeln aus wie eine düstere Südstaaten-Königin. Sie schlug das mit langen Fransen geschmückte Tambourin und schwebte auf hohen Plateau-Stiefeln über die Bühne.

Der schönste Moment?

Es gab so viele. Christine McVies herrliche Stimme in "You Make Loving Fun". Das tolle "Gypsy". Und Buckinghams umwerfende Akustikversion von "Big Love". Oder die Szene, in der Christine McVie und Stevie Nicks zu "Everywhere" einander die Hände reichten und die 14500 Fans in der Halle jubelten. Die Krisen der Band sind ja legendär, "Rumours" ist im Grunde eine Beziehungskrisen-Platte, die trotz der gewaltigen Spannungen zwischen den Paaren in der Gruppe produziert wurde. Buckingham bezog sich in seinen Zwischenansagen immer wieder auf diese Streits. Und jedes Bandenmitglied betonte, wie schön es sei, Christine McVie wieder an Bord zu haben.

Und die Musik?

Trotz teils rumpeligen Sounds in der Lanxess-Arena. sehr gut. Die Musik von Fleetwood Mac ist bestens gealtert, man höre nur mal "Landslide" oder "Rhiannon". Zudem inszenierte die durch fünf Musiker verstärkte Gruppe ihre Songs zum Teil etwas düsterer als gewohnt, ein Hauch Südstaaten-Gothic umwehte den Auftritt. In "I Know I'm Not Wrong" und "Tusk" brodelte und dräute es so intensiv, dass man die Lieder als Soundtrack für die Serie "True Detective" oder den film "In The Electric Mist" verwenden könnte.

Wie verhielt sich das Publikum?

Die Arena war bestuhlt, und dennoch drängte das Publikum von Lied eins an vor die Bühne. Die Leute warfen Blumen und Luftballon-Herzen vor die Füße der Musiker. Man spürte, wie präsent die Musik von Fleetwood Mac noch immer ist, wie viele Erinnerungen und Erlebnisse damit verbunden sind.

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