Der 76-Jährige wollte eigentlich mit einer Combo am Wettbewerb teilnehmen: Gotthilf Fischer hält nichts von den neuen Grand-Prix-Regeln
zuletzt aktualisiert: 13.02.2004 - 15:20Stuttgart (rpo). Jung und modern soll der Grand-Prix werden. Er heißt jetzt Eurovision Song Contest. Neben neuen Moderatoren für die deutsche Vorausscheidung wurden in Deutschland auch neue Regeln für die Teilnahme aufgestellt. Chordirigent Gotthilf Fischer hält wenig von den neuen Regeln des früheren Grand Prix. Fischer hätte gerne an dem Wettberwerb teilgenommen, doch die Neuerungen lass dies nicht mehr zu.
"Dass die Plattenfirmen und ein Videoclip im Fernsehen entscheiden, ob ein Titel angenommen wird, finde ich keine gute Sache", sagte Fischer am Freitag in Stuttgart. Aus wirtschaftlichen Gründen sei diese Vorgehensweise jedoch sicherlich gut überlegt.
Eigentlich wollte der 76-Jährige mit einer Combo namens Fischerman's Friends bei dem Wettbewerb mitmachen, doch daraus ist nichts geworden. "Ich bin nicht böse", erklärt er, "aber unser Stück ist gut, und der Gag wäre schön gewesen." Er und sein Kollege, der 65-jährige Trompeter Walter Scholz hätten sich als "alte Säcke" einen Spaß aus dem Auftritt gemacht. Aber der Jugendwahn habe nun auch den Grand Prix erfasst. "Dabei bin ich mir sicher, das wir einen Achtungserfolg erzielt hätten", erklärte Fischer schmunzelnd.
Vom 30. September bis 8. Oktober steht Fischers zehnte Weltfriedensreise an. Mit mehr als 200 aktiven Sängern fährt der Leiter der Fischer-Chöre nach Südafrika, um dort dem ehemaligen Präsidenten des Landes ein selbst komponiertes Werk "Danke Mandela" vorzutragen. Dass Nelson Mandela Zeit für ihn haben wird, davon ist der Chorleiter überzeugt: "Wir kommen singend für den Frieden", sagte er.
Bisher hat Fischer drei Mal vor dem Papst in Rom ein ähnliches Konzert gegeben sowie 1978 für Jimmy Carter eine Friedensmesse komponiert und in Washington aufgeführt. Fischer ist auch in offizieller Mission des Außenministeriums unterwegs: Mit seinen Chorkonzerten eröffnet er in Südafrika die Deutschen Kulturwochen.
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