Düsseldorf: Heimspiel für die Toten Hosen
zuletzt aktualisiert: 11.09.2005 - 09:53Düsseldorf (rpo). Ob Gotthilf Fischer vor Neid erblasst wäre, hätte er am Samstag Campino und seine Mannschaft erlebt? Alles was der Frontmann der Toten Hosen bei seinem Gig in der ausverkauften LTU arena vorsang, wurde von der Menge von der ersten Sekunde an begeistert mitgegröhlt. "Endlich wieder zu Hause!", sagte Campino, der dreieinhalb Jahre nicht in seiner Heimatstadt aufgetreten war und nun mit seiner Band in Düsseldorf die "Friss oder stirb"-Tour beschloss.
Gegen 21.15 Uhr enterte der Düsseldorfer Fünfer die Bühne und begann nach einem "Kalinka"-Intro mit "Auswärtsspiel". Campino schmiss sein Hemd nach dem dritten Stück in die Ecke und bei "Hier kommt Alex" war der erste Höhepunkt erreicht. Da hielt es auch die Besucher auf den Sitzplätzen nicht mehr auf den Schalen.
"Du lebst nur einmal" gab es in einer schnellen und harten Version, ein Blur-Cover, "Zurück zum Glück"... Campino gab aber nicht nur Gas, sondern fand bei dieser gigantischen Düsseldorf-Party auch Zeit für Nostalgie. So erinnerte er an die Anfänge seiner Band, die ihr erstes Konzert 1982 unter der Oberkasseler Rheinbrücke gegeben hatten und früher vor 30 Besuchern aufgetreten waren. Die Zeiten haben sich geändert: Diesmal waren es 50.000 Fans, darunter auch viele Kinder. Campino, Andi, Breiti, Kuddel und Vom hatten die Masse gut im Griff.
In den folgenden zwei Stunden setzen die Stadionrocker mit der Punkattitüde nämlich auf Tradition und erfüllten mit einem "Best of..." aus zwei Jahrzehnten die Wünsche der Fans. Das war Party mit Verstand und viel Tempo. Die Band bot unglaublich routiniert eine perfekte Show, bei der Sound, Licht und die Stimmung perfekt waren. Die Mannschaft verausgabte sich kämpferisch und spielte bis zum Schluss offensiv nach vorne. Kommentare zu den anstehenden Bundestagswahlen gehörten genauso zum Auftritt wie eine Anmerkung zu dem Spiel von Fortuna Düsseldorf, die am Nachmittag in Erfurt gespielt hatte. Erst um kurz nach halb zwölf und nach einer Stunde Zugaben, bei der Campino zwischenzeitlich den Bühnenturm erklomm, war Schluss. Campino verabschiedete sich mit den Worten "Hoffentlich bis bald."
Das Dach der Arena war übrigens geschlossen worden – glücklicherweise, denn pünktlich zum Auftritt hatte draußen ein Gewitter begonnen. Die Fans bekamen davon nichts mit und verwandelten die Arena in einen pogenden Hexenkessel - bis zur letzten Sekunde.
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