Gericht entscheidet: Heino zu krank für Tournee?
VON ULLI TÜCKMANTEL - zuletzt aktualisiert: 30.11.2009 - 07:53Düsseldorf/ Köln (RP). 2007 musste der Volkslied-Sänger seine Deutschland-Tournee aus gesundheitlichen Gründen absagen. Das Kölner Landgericht entscheidet heute, ob eine Versicherung dafür zahlen muss – oder ob Heino Herzprobleme verschwieg.
Heino geht es gut: Derzeit ist der gebürtige Düsseldorfer mit dem Programm "Die Himmel rühmen" auf Kirchentournee, an seinem 71. Geburtstag (13. Dezember) will er in seiner Taufkirche St. Josef in Düsseldorf-Oberbilk auftreten. 2007 sah das ganz anders aus: Damals war Heino mit Herzproblemen zusammengebrochen, Ärzte stellten eine Verengung der Herzkranzgefäße fest. Seine Deutschland-Tournee wurde daraufhin abgebrochen. Heute Morgen will das Kölner Landgericht um 9.15 Uhr seine Entscheidung verkünden, ob die Gothaer Versicherung dafür drei Millionen Euro zahlen muss.
Die Versicherung, bei der Heinos Konzertagentur eine Ausfallversicherung für die Tournee abgeschlossen hatte, argumentiert, der damals 68-Jährige habe ihr gegenüber wichtige Fragen zu seinem Gesundheitszustand nicht beantwortet. "Ihr solltet mal lieber darüber schreiben, dass man sich in Deutschland überhaupt nicht mehr versichern sollte, wenn die dann doch nicht zahlen wollen", sagte Heinos Frau Hannelore kürzlich vor Journalisten in Düsseldorf. Seit fast einem Jahr streiten Heino, seine Agentur und die Versicherung nun schon über die Kosten. Beim Prozessauftakt am 10. Dezember vergangenen Jahres schlug das Gericht einen Vergleich vor, nach dem die Versicherung 40 Prozent der Kosten hätte tragen müssen. Doch das lehnte die Gothaer ab.
Zugleich hatte das Gericht offenbar erhebliche Zweifel an Heinos Darstellung, er sei überhaupt nicht ernstlich krank gewesen. Das Gericht hatte ihm daraufhin 120 dokumentierte Arztbesuche innerhalb von zwei Jahren und eine erhebliche Liste von Medikamenten vorgehalten, die ihm verschrieben worden seien. Die Diagnosen: Stoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Nackenschmerzen, ein Kribbeln im Bein und Tinnitus. In zweieinhalb Jahren seien ihm unter anderem 600 Schlaftabletten verschrieben worden, deren Konsum er beim Versicherungsabschluss nicht erwähnt habe. Heinos Erklärung vor Gericht: "Die Tabletten habe ich doch der Hannelore gegeben."
In der Schlagerszene kursierten böse Gerüchte, die Herzprobleme seien Heino eigentlich gelegen gekommen, da der Kartenvorverkauf sehr schlecht gelaufen sei. "Es ist traurig, dass mir Kollegen, die mich besser kennen müssten, zutrauen, ich würde meine Fans versetzen, weil die Konzerte nicht genug einbringen. Das ist einfach nicht wahr", so Heino damals. Er habe sich noch nie vor etwas gedrückt. Auch, dass der Vorverkauf nicht gut gelaufen sei, sei nicht wahr.
Zu Hause in Bad Münstereifel, wo Heino mit Hannelore lebt, droht Ärger: Der Eigentümer des Hauses, in dem Heino 1996 sein "Rathaus-Café" eröffnete (geführt wird es inzwischen von seinem Sohn Uwe aus erster Ehe), will verkaufen. Im Gespräch mit Journalisten sieht Heino das gelassen: Er habe ein Vorkaufsrecht, der Pachtvertrag laufe zudem noch zwei Jahre, und ohne sein Café sei das denkmalgeschützte Haus ja deutlich weniger wert: "An dem Tag, an dem ein anderer das Haus kauft, mache ich das Café zu." Solange singt er erst einmal weiter.
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