Heinz Strunk: Einz
zuletzt aktualisiert: 27.08.2003 - 10:57Heinz Strunk hat es beruflich fein getroffen. Morgens beim Marmeladenbrötchenschmieren spricht er die ersten Sätze ins Mikro, mittags kommt noch was Genuschel dazu und dann ist auch fast schon wieder Dienstschluss.
Andere, mit ihm befreundete Menschen legen hier und da einen rudimentären Computerbeat unter Heinz' Texte oder lassen ein bisschen Folklore aus dem Archiv kommen. Ganz so einfach war es bei der Produktion von Heinz Strunks Solo-Album "Einz" wahrscheinlich dann doch nicht, aber der Charme der Wortbeiträge des Hamburger Telefon-Artisten speist sich entschieden aus dem Privaten. Wo andere mit ihren Kumpels blödeln, hat Heinz das Bandgerät schon laufen.
Strunk, bekannt durch Funk (die Hörspiel-Gruppe Studio Braun) und Fernsehen (Fleischmann.TV auf VIVA) hat Sprechblasen für das Normale und Bizarre gefunden, für eine Welt voller Wunder und Widersprüche, die jeder kennt, aber keiner bisher so gesehen hat. "Computerfreak, Computerfreak, Computerfreak, du hackst mit dicken Fingern in die Tastatur, ungewaschen, verheddert in der Maus" - im Szene-Hit mit dem wurschtigen Text und den schrecklichen Panflöten-Keyboards läuft Heinz zu großer Form auf.
Heinz Strunk ist einer, der Ahnung davon hat, "wie man die Zitrone ausquetscht", sagt Heinz Strunk. Dazu weiß er zu berichten über "Schokospiele mit Ursula", "Strukturpflege" und "schlimme Augenwurst". Aber das sind nur wahllos herausgepickte Beispiele, Heinz Strunk spricht sich über alles aus, er kriegt eine "Einz" im freien Vortrag von der kranken Leber weg. Geniale Berufswahl, wie gesagt.
Von Frank Sawatzki
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