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"25"
Erste Höreindrücke von Adeles neuem Album

"25": Erste Höreindrücke von Adeles neuem Album
Adeles neues Album heißt "25". FOTO: dpa, hjb sab
Düsseldorf. Am Freitag erscheint das in diesem Jahr wohl am sehnlichsten erwartete Pop-Album: "25" von Adele. Das dritte Album der 27 Jahre alten Britin ist der Nachfolger von "21", das sie zum Superstar macht und mehr als 30 Millionen Mal verkauft wurde. Die aktuelle Platte wurde lange unter Verschluss gehalten, eben erst wurde sie an Journalisten ausgegeben. Eindrücke vom ersten Durchhören. Von Philipp Holstein

1.       Hello

Großer Song, der durch die Inszenierung zum Giganten wurde: Die populärste Sängerin der Welt sagt nach mehrjähriger Abwesenheit einfach "Hello" und ist zurück. Das perfekte Lied für die 27-Jährige. In der ersten Strophe holt sie Luft, und dann entfacht sie den Sturm. Showcase ihrer Fähigkeiten. Totales Drama zum Finale. Fantastischer Auftakt für dieses Album.

2.       Send My Love (To Your New Lover)

Das Stück hat Max Martin produziert, der sonst mit Taylor Swift und Katy Perry arbeitet. Und es passt nicht zu Adele. Der Kontrast zur Eröffnungsnummer könnte nicht größer sein. Wahrscheinlich soll das Stück ein wenig Leichtigkeit in das Album bringen. Nach dem Durchhören eines Adele-Albums fühlt man sich ja immer ziemlich erschlagen. Aber Adeles Stimme ist zu wuchtig für die kleinteilige Elektronik. Und die Komposition ist einfach nicht hochwertig genug.

3.       I Miss You

Ganz stark. Adele goes Dubstep. Experimentell. Düstere, diesige und verhangene Atmosphäre, verstolperter Beat. Als hätte der britische Elektronik-Produzent Burial ihr zugearbeitet. Dass dieser Stil zu ihrem Gesang passt, weiß man spätestens seit dem Jamie XX-Remix für "Rolling In The Deep". Am Ende kommt dann noch die Melodie. Adele singt sich in Rage. Toll.

4.       When We Were Young

Zweites Vorab-Stück zum Album. Klassische Adele-Ballade. Bisschen Piano, dazu die Stimme, die sich für den Refrain mit aller Wucht in die Höhe schraubt. Bombast-Ende.

5.       Remedy

Wieder Piano. Sehr schöne Melodie. Trost-Lied: Wenn der Schmerz zu viel wird, kommt ganz sicher Hilfe, sagt sie. Hört man immer gerne, ist ja auch gerade die Zeit für sowas.  "I will be the shelter", singt sie auch.  Schöne Vorstellung. Guter, klassischer Stoff.

6.       Water Under The Bridge

Leichter, geradezu beschwingter Song. Mutet fast karibisch an nach der englischen Seelenschwere zuvor. Der Song an sich ist allerdings nicht gerade hochwertig. Der Refrain wird mit Background-Sängerinnen aufgemotzt. Etwas zum Durchatmen.

7.       River Lea

Epischer Beginn. Dann die große Oper. Ein Hauch von Aretha Franklin. Nur mit mehr Bass. Interessantes Stück, schleppender Rhythmus, am Ende allerdings arg überladen. Es geht im Text übrigens um den Fluss, der durch Adeles Heimat Tottenham fließt.  Jugenderinnerungen. Auf dem Album ist ohnehin viel die Rede von früher, von Wehmut und vom Älterwerden.

8.       Love In The Dark

Klagelied, wieder mal mit Piano. Bald kommen Streicher dazu. Thema: Trennung. "Oceans Apart", "So much space between us". Sehr traurig.

9.       A Million Years

Der Gral. Schönstes Lied der Welt. Sofortiger Tränenfluss. Adele zur akustischen Gitarre. Warmer Gute-Nacht-Kuss. Sixties-Feeling. Das Leben rauscht so vorbei, singt sie, und sie könne nichts anderes tun als zuzusehen. Meerjungfrauen singen im Hintergrund "mmh, mmmh". Unfassbar. Ein Lied nur für zwei Leute, für Adele und den Hörer. "Bin ich eine von denen geworden, die nie werden wollten, wie sie sind?", fragt sie. Ist sie natürlich nicht. Mensch, Adele.

10.   All I Ask

Piano again. Angejazzt. Hollywood. Barbra Streisand. Zart arrangiert, passt gut als Nachfolger für den waidwunden Song von eben. "This ist my last night with you", singt sie. Leben ist Schmerz. Macht aber nichts, wenn er so schön klingt wie hier.

11.   Sweetest Devotion

Kinderstimmen. Musste ja kommen. Lied für Söhnchen Angelo. "Du bist der einzige, mit dem ich auf ewig verbunden sein werde."  Totales Drama schon im ersten Refrain. Bisschen kitschig. Angegospelt. Die Gitarre irritiert irgendwie, passt nicht so gut.

Fazit: Gutes Album mit einigen großartigen Songs. Es fehlt ein wenig der rote Faden. Man hört, dass fast jedes Lied einen anderen Produzenten hat.

Quelle: RP
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