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Holstein hört: Dead Can Dance: „Anastasis“

VON PHILIPP HOLSTEIN - zuletzt aktualisiert: 21.08.2012 - 12:42

Ich mag Dead Can Dance, ich mochte sie sogar noch zu Zeiten von „Into The Labyrinth“ (1993), als die meisten ihre Musik, die nach Opfergang in der Antike klang, inzwischen ein bisschen zu arg fanden. Dead Can Dance waren den meisten im Gegensatz zu den Cocteau Twins zu verbissen, zu überladen und schwergängig.

 Foto: Hersteller
Foto: Hersteller

Trotz aller Zuneigung: Die Ankündigung, dass Lisa Gerrard und Brendan Perry nun nach 16 Jahren wieder ein Album veröffentlichen würden, fand ich beunruhigend. Denn die letzten Solo-Produktionen von Lisa Gerrard waren ganz schlimm: Kreißsaal-Musik. Vor allem „Silvertree“ und „Farscape“, die Doppel-CD mit Klaus Schulze, konnte ich nicht mehr als ein Mal hören: reine Esoterik.

Nun also „Anastasis“, und zum Glück ist das doch eine annehmbare Platte geworden – zumindest für Fans. Dead Can Dance klingen wie früher, Ender der 80er Jahre, ein wenig mehr Türkei von heute als Griechenland von einst vielleicht. Sie trommeln wieder ziemlich mystisch, die Violine heult vor Schmerzen, und der Höhepunkt ist das dritte Stück: „Agape“. Eigentlich ist es schön, dass Dead Can Dance völlig ohne Ironie auskommen, sie nehmen ihr Gewerbe ernst. Der Hörer sollte indes Humor haben, auf die Dauer kann einem Perrys Geraune vom Erwachen der Geister ansonsten ziemlich auf die Nerven gehen. Lisa Gerrards Vorteil war ja immer, dass man nicht verstand, was sie sang.

Man muss das mögen, wie ja überhaupt den Trademark- Sound der Plattenfirma 4AD (wo DCD inzwischen aber nicht mehr veröffentlichen). „Anastasis“ ist eine nette Erinnerung daran, an große Alben wie „Aion“, „The Serpent‘s Egg“ und „Spleen & Ideal“ reicht es nicht heran.

 

Quelle: csi
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