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Ich wuchs in den 80ern auf - aber es ist okay

VON PHILIPP HOLSTEIN - zuletzt aktualisiert: 09.11.2007 - 14:43

Ich bin in den 80er Jahren aufgewachsen, aber das ist okay. Rein musikalisch sind mir die 80er lieber als die 70er und vor allem die 90er.

Samantha Fox ist inzwischen mit ihrer Managerin verlobt. Uff.  Foto: RPO
Samantha Fox ist inzwischen mit ihrer Managerin verlobt. Uff. Foto: RPO

Manchmal sehne ich mich nach den Hits von damals. Ich werde älter, und da spürt man ein bisschen Wehmut – Heimweh nach der Halbwüchsigkeit. Leider gibt es nur wenige Hits von damals, die ich mir heute tatsächlich noch anhören kann.

Das liegt zum einen daran, dass einige Lieder, die ich früher gut fand, genau genommen ziemlich schlecht sind. „Save a Prayer" von Duran Duran zum Beispiel. Das fand ich super. Aber es ist nicht super. Oder „Woodpeckers from space" von den Video Kids. Früher: toller Titel. Heute: kein toller Titel. Oder: „Tell it to my heart" von Taylor Dane. Kam gut. Kommt aber nicht mehr in Frage.

Dass ich so vieles von damals selbst im größten Wehmut-Rausch nicht mehr hören mag, hat aber noch einen anderen Grund. Es ist die Darstellung der 80er Jahre in der Öffentlichkeit.

Die 80er Jahre gelten als freakig und bunt, und über Freakiges wird gern berichtet und bunt. Ich weiß, dass sich Kim Wilde nach ihrem letzten Hit in Gartenbau hat ausbilden lassen und mit Nena befreundet ist. Und dass Samantha Fox mit ihrer Managerin verlobt ist. Und dass der Sänger von Alphaville aufgegangen ist wie ein Hefekuchen. Und dass Whitney Houston ständig vom Ehemann vermöbelt wird, das aber vermutlich nicht merkt, weil sie immer unter Drogen steht.

So schieben sich denn die Trash-Nachrichten von 80er-Jahre-Sängern vor die Erinnerungen. „Kids of America" mag ich nun nicht mehr hören, denn ich denke dabei an Rindenmulch. Und bei „Touch me" denke ich an – uff.

Es bleibt also nicht viel.

Außer „Smooth Operator". Über Sade hab ich seit Jahren nichts gelesen.


 
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