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Holstein hört
My Bloody Valentine: „Isn’t Anything“
Holstein hört: My Bloody Valentine: „Isn’t Anything“
FOTO: Vertrieb
Das drei Jahre später erschienene Album „Loveless“ gilt als das Meisterwerk von My Bloody Valentine, aber mir ist bis heute „Isn’t Anything“ von 1988 lieber. Von Philipp Holstein

Ich weiß noch, dass ich mit meinen Eltern in Koblenz war, wir besuchten Verwandte und gingen am Samstagnachmittag in die Innenstadt. Ich war 15, ich fand diese LP. Meine Mutter fragte, ob das denn sein müsse, schon wieder eine Platte, aber dann gab sie mir die 16 Mark. „Isn’t Anything“ erschien bei Creation, bei meiner Ausgabe sind die Labels von Seite 1 und 2 vertauscht, und ich höre dieses Album bis heute gerne.

Das erste Stück „Soft As Snow“, Frauengesang hinter dicken Gitarrenwänden! Das zärtliche „No More Sorry“! Der Beginn von Seite zwei, das mächtige „Feed Me With Your Kiss“, wüst und hart! Shoegaze nannte man das, weil die Gitarristen immer auf ihre Schuhspitzen guckten, während sie die Saiten bearbeiteten. Und Lush gehörte zu dieser Szene, Ride und die großen Slowdive, deren LP „Just For A Day“ ich als erstes aus meiner brennenden Wohnung retten würde.

Nun sind die Alben von My Bloody Valentine wiederveröffentlicht worden, remastert von Kevin Shields, was immer das in diesem Fall heißen mag. Das eigentliche Ereignis dieser Edition ist die Doppel-CD mit den EPs. Die waren stets schwer zu bekommen, zuletzt günstig auf zwei Bootleg-LPs.

Da ist alles drauf, was man zum Leben braucht, und wer außerdem noch die Sammlung mit den frühen Songs besitzt, „Ecstasy & Wine mit dem unfassbar schönen Stück „Strawberry Wine“, hat nichts mehr zu befürchten.

Quelle: csr
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