Und es geht doch: Blogs in Buchform
VON PHILIPP HOLSTEIN - zuletzt aktualisiert: 20.06.2009 - 15:50
Blogs, die später auch in Buchform erscheinen, funktionieren nicht mehr. Sollte man meinen. Im vergangenen Jahr indes hat Rainald Goetz mit dem Band „Klage“, der seine Aufzeichnungen von der Vanity-Fair-Homepage aus den Jahren 2007/08 versammelt, das Gegenteil bewiesen. Und dass ein solches Tagebuchprojekt nach Abschluss sehr wohl auf Papier seine Berechtigung hat, beweist nun auch der Berliner Autor Jochen Schmidt.
Der hat sein sehr schönes Blog „Schmidt liest Proust“ in gebundener Form veröffentlicht, zum Glück. Er hatte sich vorgenommen die komplette „Suche nach der verlorenen Zeit“ zu lesen, jeden Tag 20 Seiten, und er hat es geschafft. Seine Lektüre-Erfahrungen notierte er im Internet. Das war stets amüsant zu lesen, oft gescheit, ab und an ein Anlass zu Mitleid: „Als Proust sich eine Seite nimmt, um das Aussehen der getrockneten Lindenblüten zu beschreiben, die seine Tante sich zum Tee aufzugießen pflegt, überlege ich zum ersten Mal, ob ich ein paar Zeilen überspringe.“
Mit dem Abstand von zwei Jahren, die es gedauert hat, damit das beendete Projekt vom jungen Verlag Voland & Quist als Buch herausgebracht werden konnte, sind die persönlichen Erlebnisse Schmidt gereift. Sie verbinden sich mit Prousts Werk, das ja – wie jedes Tagesbuch auch - die Vergangenheit vor dem Verschwinden bewahren, zurückholen möchte. Schmidt, das wird nun deutlich, hat die „Recherche“ bewohnt.
Ich bin jedenfalls froh, das jetzt noch mal lesen zu können.
Der hat sein sehr schönes Blog „Schmidt liest Proust“ in gebundener Form veröffentlicht, zum Glück. Er hatte sich vorgenommen die komplette „Suche nach der verlorenen Zeit“ zu lesen, jeden Tag 20 Seiten, und er hat es geschafft. Seine Lektüre-Erfahrungen notierte er im Internet. Das war stets amüsant zu lesen, oft gescheit, ab und an ein Anlass zu Mitleid: „Als Proust sich eine Seite nimmt, um das Aussehen der getrockneten Lindenblüten zu beschreiben, die seine Tante sich zum Tee aufzugießen pflegt, überlege ich zum ersten Mal, ob ich ein paar Zeilen überspringe.“
Mit dem Abstand von zwei Jahren, die es gedauert hat, damit das beendete Projekt vom jungen Verlag Voland & Quist als Buch herausgebracht werden konnte, sind die persönlichen Erlebnisse Schmidt gereift. Sie verbinden sich mit Prousts Werk, das ja – wie jedes Tagesbuch auch - die Vergangenheit vor dem Verschwinden bewahren, zurückholen möchte. Schmidt, das wird nun deutlich, hat die „Recherche“ bewohnt.
Ich bin jedenfalls froh, das jetzt noch mal lesen zu können.
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