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Holsteins 100
Platz 3: "Ashes To Ashes" von David Bowie (1980)

Dieter Falk über Platz 3 "Ashes To Ashes"
Düsseldorf. Wer Bowie als Sänger bezeichnet, hat nichts verstanden; Bowie ist viel mehr, er ist ein Popstar, und wahrscheinlich hat er diesen Begriff überhaupt erst definiert. Von Philipp Holstein

Als David Bowie am 8. Januar 1947 geboren wurde, soll die Hebamme in die blauen Augen des Kindes gesehen und gesagt haben: "Er ist schon einmal hiergewesen." Das ist eine schöne Geschichte, sie passt so gut. Bowie ist ständig in Bewegung, betreibt künstlerische Reinkarnation in Serie. Er ist, was er selbst über seine Kunstfigur "Ziggy Stardust" sagte: eine "Mischung aus Woolworth und Nijinski". Ein fremdes und kontaktloses Wesen, ein Alien, der bereits das Neue geschaut hat.

Bowie ist Performer und weiß, dass Bilder im Pop so wichtig sind wie Töne und Wörter. Er probiert Masken an und Rollen aus, und 1969 veröffentlichte er seinen ersten Nummer-eins-Hit: "Space Oddity", das elektrisierende Lied über den im All diffundierenden Major Tom.

Da sind so viele Lieblingslieder von Bowie: "Starman" , "This Is Not America". Aber mein allerliebstes ist "Ashes To Ashes" von 1980.

Bowie beendete damit seine einflussreiche, aber wenig einträgliche Berliner Zeit, in der er das Album "Heroes" schuf. Das Lied wurde Bowies zweite Nummer eins in England. Es setzt "Space Oddity" fort: Major Tom ist wieder auf der Erde, drogenkrank und traurig. Es ist eine Bilanz der 70er Jahre, danach wurde Bowie zum 80er-Jahre-Helden, bald folgte "China Girl", da war Bowie bereits ein anderer. Er ist nicht zu fassen. Nur eins ist sicher: Er ist der Größte.

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Quelle: RP
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