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Lena Meyer-Landrut
"Ich führe ein normales Leben"

Auftritte der Stars beim Courage-Festival 2016
Auftritte der Stars beim Courage-Festival 2016 FOTO: Evers, Gottfried
Neuss. Am Sonntag tritt die Sängerin bei Möbel Höffner in Neuss auf. Ein Gespräch über volle Terminkalender und Rückzugsräume, in denen sie Alltägliches erledigt - zum Beispiel Putzen.

Mit ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest in Oslo 2010 hat sich Lena Meyer-Landrut in die Herzen des deutschen Publikums gesungen. Und der ESC lässt sie nicht los: Beim deutschen Vorentscheid 2017 sitzt die 25-Jährige in der Jury. Musikalisch geht sie aber längst eigene Wege, arbeitet beispielsweise an ihrem fünften Album - und gibt am Sonntagabend beim Open-Air-Konzert bei Möbel Höffner in Neuss vielleicht schon einen Vorgeschmack auf die neuen Songs. Vorab hat sie mit unserer Redaktion über ihr Leben und ihre Karriere gesprochen. Ein Thema war allerdings tabu: Fragen zum ESC beantwortet Lena nicht mehr.

Sie arbeiten am fünften Album. Fällt Ihnen das Schreiben von Songs mittlerweile leichter?

Lena Meyer-Landrut Auf keinen Fall. Jeder Schreib- und Kreativprozess ist immer wieder schwierig und eine Herausforderung, weil man natürlich nicht das machen will, was man schon letztes Mal gemacht hat. Es ist auf jeden Fall nicht leichter dadurch, dass es das nächste Album ist.

Ist das Schreiben ein Gemeinschaftsprozess, oder machen Sie das alleine?

Meyer-Landrut Ich schreibe gerne gemeinsam mit verschiedenen Leuten, weil man andere Inspirationen und Eindrücke bekommt und durch den unterschiedlichen kreativen Input auch andere Ideen.

Wo beziehen Sie Ihre Themen her?

Meyer-Landrut Meistens aus dem Alltag und den Gefühlen, die mich in der Situation am meisten beschäftigen. Teilweise schreibe ich auch Beobachtungen, Emotionen, textliche oder musikalische Ideen auf, um sie später in einem Song zu verarbeiten. Manchmal singe ich unterwegs auch Melodien in meine Sprachnachrichten.

Sie sitzen in Jurys, touren, synchronisieren, schauspielern, absolvieren Werbeauftritte. Wie eng getaktet ist Ihr Leben?

Meyer-Landrut Ich habe auf jeden Fall einen vollen Terminkalender, aber das sind auch alles Sachen, die ich gerne mache und die ich mir aussuche. Nichts davon ist so, dass ich sage, ich möchte das nicht mehr. Ich entscheide alles selber, was ich mache und was ich nicht mache. Für wen ich werbe, wo ich in der Jury sitze und wo ich auftrete. Und deshalb ist das alles ein Spaß für mich.

Wie wichtig sind für Sie Freiräume, und wie sorgen Sie dafür, dass Sie diese auch bekommen?

Meyer-Landrut Mir sind Freiräume schon wichtig, freie und ruhige Zeiten zum Normalsein und zum zu Hause abhängen, Alltag zu haben, einkaufen zu gehen, zu kochen, zu putzen, all die Sachen zu machen, die man eben zu Hause so macht. Die Zeit nehme ich mir auch - weil sie einfach super wichtig ist.

Womit laden Sie Ihre Akkus wieder auf?

Meyer-Landrut Im Grunde damit, dass ich zu Hause bin. Das ist für mich ein absoluter Ort der Ruhe und Entspannung und der Sicherheit. Deshalb versuche ich auch, mein privates Umfeld nicht in die Öffentlichkeit zu bringen. Es soll für mich ein Rückzugsort bleiben.

Sie bezeichnen sich als eher planlos, Ihre Karriere verläuft aber relativ organisiert. Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Meyer-Landrut Ich bin schon relativ planlos in meinem Charakter, aber das heißt natürlich nicht, dass ich in meinem Leben planlos bin. Planlos bedeutet für mich eher, dass ich in Situationen unbefangen, unvoreingenommen reingehe und sie immer wieder als frisch betrachte. Wo ich mich in zehn Jahren sehe, kann ich gar nicht sagen, weil ich es gerade toll finde, einen Job zu haben, in dem ich die Dinge auf mich zukommen lassen kann. Ich will es auch gar nicht wissen, weil ich es liebe, so frei zu sein.

Gibt es auch einen Plan B - Studium, Kinder?

Meyer-Landrut Kinder sind für mich kein Plan B, sondern gehören in den Plan A mit hinein. Das schließt sich nicht aus, wenn es auch gerade keine Option ist. Ich bin mir aber sicher, dass ich irgendwann eine Familie habe - dann, wenn mein Gefühl mir das sagt.

Sie werden von Paparazzi und Fans begleitet - haben Sie sich mit dem Leben als öffentliche Person arrangiert?

Meyer-Landrut In Deutschland ist die Paparazzi-Landschaft zum Glück nicht ganz so groß, davon werde ich größtenteils verschont. Und wenn mich Leute auf der Straße ansprechen und nach Fotos fragen, ist das meistens eine sehr schöne Situation, weil sich zum Beispiel Kinder freuen, wenn sie mich sehen und sehr aufgeregt sind. Das hat für mich nichts Negatives. Eine andere Sache ist es, überall erkannt zu werden und nie undercover unterwegs sein zu können. Aber daran gewöhnt man sich, und das ist auch in Ordnung.

Gibt es noch ein Zurück ins normale Leben?

Meyer-Landrut Ich bin jeden Tag normal, jede Minute, ich habe nur einen nicht ganz so normalen Beruf wie zum Beispiel einen Büro-Job. Mein Beruf ist ein bisschen unnormal, aber ich führe eigentlich ein ganz normales Leben.

JÖRG ISRINGHAUS FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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