17.500 Freikarten für Trauerfeier: Jackson-Fans hoffen auf Losglück
zuletzt aktualisiert: 03.07.2009 - 20:22Los Angeles/Berlin (RPO). Am kommenden Dienstag nimmt die Welt Abschied von Michael Jackson. Im Staples Center in Los Angeles wird die Trauerfeier für den verstorbenen "King of Pop" vollzogen. Während sich die Stadt auf ein mögliches Chaos vorbereitet, hoffen die Fans auf die Losfee.
Für die Trauerfeier werden von den Organisatoren insgesamt 17.500 kostenlose Eintrittskarten per Losverfahren über das Internet an die Fans verteilt. 11.000 Tickets würden für das Staples Center vergeben, wo die Gedenkfeier ab 10 Uhr (Ortszeit) stattfinden wird, weitere 6500 Karten für das angrenzende Nokia Theatre, wie der Präsident des AEG-Konzerns, Tim Leiweke, am Freitag auf einer Pressekonferenz bekanntgab. Dort solle die Veranstaltung auf großen Leinwänden gezeigt werden. In aller Welt werde sie zudem im Fernsehen und im Internet gezeigt, hieß es.
Bis Samstagabend 18 Uhr (Ortszeit) könnten alle, die die Trauerfeier in Los Angeles live verfolgen wollen, sich auf der Internetseite staplescenter.com registrieren. Anschließend werde per Zufallsauswahl entschieden.
An 8750 Ausgewählte würden dann jeweils zwei Karten vergeben. Leiweke hob hervor, dass es ausschließlich kostenlose Tickets gebe und appellierte an alle, keinen Vorteil aus der Veranstaltung zu schlagen.
Der Familie Jacksons sei es wichtig, dass die Trauerfeier für den Popstar, der am 25. Juni überraschend im Alter von 50 Jahren gestorben war, eine Veranstaltung für die Fans werde, hob ihr Sprecher Ken Sunshine hervor.
Fans ohne Karte sollen zu Hause bleiben
Angesichts des erwarteten Ansturms von Zehntausenden Menschen rief Stadträtin Jan Perry diejenigen, die bei der Ticketvergabe leer ausgehen, dazu auf, die Trauerfeier lieber daheim zu verfolgen. Ein Sprecher der Polizei betonte, in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und Verkehrspolizei werde alles dafür getan, um für die Sicherheit der Menschen zu sorgen.
Das Ziel sei es, dass am Ende alle stolz auf diese Gedenkfeier sein könnten. Er wies zugleich darauf hin, dass niemand ohne Ticket das Areal rund um das Staples Center betreten dürfe. Dem AEG-Konzern gehört die Halle, in der Jackson noch kurz vor seinem Tod für seine geplanten Comeback-Konzerte geprobt hatte.
Jacksons älterer Bruder Jermaine sagte, die Familie arbeite derzeit mit den Behörden von Los Angeles zusammen, um sicherzustellen, dass die Gedenkveranstaltung ohne Zwischenfälle ablaufe. "Angesichts des Zeitrahmens, den wir haben, hoffen wir, dass alles sicher bleibt", sagte er im CNN-Interview.
Unklar blieb weiterhin, wo Jackson, der am 25. Juni überraschend im Alter von 50 Jahren verstorben war, beigesetzt wird. Zahlreiche TV-Übertragungswagen haben sich laut CNN bereits vor dem Friedhof Forest Lawn Memorial Park in Hollywood postiert, der zuletzt wiederholt im Gespräch war.
Ein Sarg aus vergoldeter Bronze
Eine offizielle Bestätigung, dass Jackson dort seine letzte Ruhe finden soll, gab es nicht. Der Internetdienst "TMZ" veröffentlichte unterdessen ein Foto des Sargs, der angeblich für den Popstar bestellt worden sein soll. Er ist aus vergoldeter Bronze gefertigt, innen mit blauem Samt ausgelegt und soll 25.000 Dollar kosten.
Das Staples Center gehört dem Konzertveranstalter AEG Live, der auch die geplanten Comeback-Shows von Jackson in London organisiert hatte. Am Donnerstag veröffentlichte AEG Live ein etwa anderthalbminütiges Video vom 23. Juni, auf dem der 50-jährige Popstar im Staples Center probt, gemeinsam mit acht Tänzern den Titel "They Don't Care About Us" singt, tanzt und einen dynamischen Eindruck macht.
Die letzten Proben von Jackson sollen möglicherweise auch zu einem Film verarbeitet werden. Phillips sagte laut dem Sender NBC, derzeit liefen Gespräche darüber. Insgesamt gebe es mehr als 100 Stunden an Proben-Aufnahmen. Sein Unternehmen stehe auch keineswegs vor dem Bankrott, betonte Philipps verschiedenen Medienberichten zufolge.
40 bis 50 Prozent der Fans, die bereits Tickets für die Comeback-Konzerte gekauft hatten, wollen nach seinen Worten auf die Kostenrückerstattung verzichten und stattdessen das gedruckte Original-Ticket mit einer Abbildung von Jackson haben.
Die Ergebnisse zur Todesursache des Sängers stehen weiter aus. Laut CNN bestätigte der frühere Arzt von Jackson, der ihn in den 90er Jahren bei seiner "History"-Tournee begleitet hatte, dass der Popstar unter Schlafstörungen gelitten habe.
Der Sender berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen, dass Jackson und sein Doktor damals eine regelrechte "Mini-Klinik" mit auf Tour genommen hätten. Seit seinem Tod gibt es Spekulationen, dass der Popstar stark medikamentenabhängig war und dies möglicherweise zu seinem Tod führte. Die Staatsanwaltschaft von Los Angeles gab inzwischen bekannt, dass auch sie ermittelt.
Debbie Rowe will das Sorgerecht
In der Frage, wer sich künftig um die Kinder von Jackson, Prince Michael (12), Paris (11) und Prince Michael II. (7), kümmern soll, bahnt sich unterdessen ein Sorgerechtskampf an. Jacksons Ex-Frau Debbie Rowe - Mutter der beiden älteren Kinder - sorgte in einem NBC-Interview mit der Ankündigung für Aufsehen, sie wolle ihre Kinder bei sich haben und sei auch bereit, für den Jüngsten zu sorgen. Prince Michael II. war von einer Leihmutter zur Welt gebracht worden.
Wenige Stunden später relativierte Rowes Anwalt diese Aussagen laut NBC aber wieder und unterstrich, seine Mandantin habe noch nicht endgültig entschieden. In seinem Testament hatte Jackson bestimmt, dass seine Mutter Katherine (79) sich um die Kinder kümmern solle.
Sie wurde von einem Gericht auch zum vorläufigen Vormund erklärt. Eine für Anfang kommender Woche geplante Anhörung in der Sorgerechtsfrage wurde auf den 13. Juli verschoben.
Alles zum Tod von Michael Jackson finden Sie in unserem Special.
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