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Der erfolgreichste Sänger der Welt wird 60
Julio Iglesias ist immer noch die Nummer eins
Der erfolgreichste Sänger der Welt wird 60: Julio Iglesias ist immer noch die Nummer eins
Julio Iglesias, hier bei einem Konzert 1994 in New York, wird am 23. September 60 Jahre alt. FOTO: RPO
Frankfurt/Main (rpo). Kaum zu glauben, aber wahr: Julio Iglesias darf sich offiziell als "erfolgreichster Künstler der Welt" bezeichnen, denn er verkaufte mehr Platten in mehr Ländern als irgendein anderer Sänger. In einer Woche wird der spanische Barde 60 Jahre alt. 

Die Karriere des erfolgreichsten Sängers der Welt begann mit dem Grand Prix: Mit seinem Titel "Guendoline" konnte Julio Iglesias den Eurovision Song Contest 1970 zwar nicht gewinnen, wurde aber europaweit bekannt. Bis heute verteidigt der spanische Sänger seine unangefochtene Stellung auf dem Musikmarkt mit immer neuen Hits, alle 30 Sekunden wird irgendwo auf der Welt einer seiner Titel im Radio gespielt. Nach einem oftmals turbulenten Liebesleben lässt Iglesias es heute ruhiger angehen. Er wird am 23. September 60 Jahre alt.

Den Titel "erfolgreichster Künstler der Welt" wurde Iglesias offiziell verliehen. Das Guinness-Buch der Rekorde bestätigte, dass er mehr Platten in mehr Ländern als irgendein anderer Sänger verkaufte. In den 35 Jahren seiner Karriere setzte er 250 Millionen Alben ab und absolvierte mehr als 2.500 Konzerte und 1.000 Fernsehauftritte, 1988 trat er als erster westlicher Künstler im chinesischen Fernsehen vor 300 Millionen Zuschauern auf.

Dabei hatte der als Sohn eines Gynäkologen geborene Julio José Iglesias de la Cueva zunächst gar nichts mit der Musik am Hut. Er träumte von einer Fußballkarriere, war er doch schon mit 16 ein gefeierter Torwart in der Jugendmannschaft von Real Madrid. Dann beendete jedoch ein schwerer Autounfall seine Karriere. Iglesias musste 20 Monate im Krankenhaus verbringen und entdeckte in dieser Zeit seine Liebe zur Musik.

Auch auf diesem Gebiet startete Iglesias schnell durch. Schon sein erster Song "La Vida sigue igual" gewann 1968 das Musikfestival in Benidorm. "Guendoline" wurde der Hit des Jahres 1970, und zwei Jahre später gewann er schließlich den Grand Prix. Nach einigen Alben, die besonders in den spanischsprachigen Ländern die Charts eroberten, schloss er Ende der 70er Jahre einen millionenschweren Plattenvertrag ab. Ab 1987 garantierte ihm eine US-Firma sogar umgerechnet 85 Millionen Mark (43,5 Millionen Euro) in fünf Jahren.

Zu Beginn der 80er Jahre eroberte Iglesias auch den amerikanischen Markt. Er sang im Duett mit Diana Ross, den Beach Boys, den Pointer Sisters und dem Country-Star Winnie Nelson. Gleichzeitig lernte er die Schattenseiten des Erfolgs kennen: Sein Vater wurde im Dezember 1981 von baskischen Separatisten entführt und nach 19 Tagen befreit. Er räumte auch ein, immer wieder unter schweren Depressionen gelitten zu haben.

Unzählige Affären gaben Stoff für die Klatschspalten

Iglesias' Privatleben verlief nicht minder stürmisch als seine Musikkarriere. Er heiratete 1971 die philippinische Diplomatentochter Isabel Preysler. Mit ihr hat er die inzwischen erwachsenen Kinder Julio José, Enrique und Chaveli. Seine unzähligen Affären sicherten ihm einen ständigen Platz in den Klatschspalten. So musste er im Oktober 1992 per Gerichtsentscheid die Vaterschaft für den Spanier Javier Sanchez Santo anerkennen.

In den letzten Jahren wurde es jedoch ruhiger um das Privatleben des Sängers. Seit 1992 lebt er mit der Niederländerin Miranda Rijnsburger zusammen, mit der er die Söhne Miguel Alejandro (geboren 1997) und Rodrigo (1999) sowie die 2001 geborenen Zwillingstöchter Victoria und Cristina hat.

Das Familienleben in seiner Wahlheimat Florida bezeichnete Iglesias als das wahre Glück. "Mit fast 60 Jahren habe ich endlich, endlich etwas sehr Wichtiges kapiert", sagte er einer deutschen Zeitschrift. "Die Kinder sind wichtiger als jeder berufliche Erfolg, als jede Karriere, als alles Geld dieser Welt." Heute bereue er, dass er seinen anderen Kindern nicht mehr Zeit gewidmet habe.

Auf der Bühne gelingt es dem Superstar mit der samtigen Stimme aber noch immer, seinen zumeist weiblichen Fans den Kopf zu verdrehen. Während eines Konzerts im Rahmen seiner Welttour im Juli in Liverpool versprach er seinen Zuhörerinnen mit einem starken spanischen Akzent eine wilde Nacht - die nahmen es wörtlich und stürmten zur Bühne, um Iglesias wenigstens einmal zu berühren.

Auch die jüngeren Fans himmeln einen Iglesias an, das Poster von Sohn Enrique hängt inzwischen weltweit in vielen Mädchenzimmern. Die Generation der Mütter wird jedoch nicht von ihrem Idol lassen. Und zu ihrem Glück soll Julio Iglesias für den Herbst ein neues Album angekündigt haben.

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