Conrad Murray unter Verdacht: Klinik von Jacksons Hausarzt durchsucht
zuletzt aktualisiert: 22.07.2009 - 20:50Houston (RPO). Die Polizei von Los Angeles und Ermittler der US-Drogenbekämpfungsbehörde (DEA) haben am Mittwoch die Klinik von Michael Jacksons Hausarzt durchsucht. Conrad Murray hatte sich zum Zeitpunkt von Jacksons Tod in dessen Haus aufgehalten und vergeblich versucht, den Sänger wiederzubeleben. Offenbar zeigte sich der Arzt bei der Durchsuchung kooperationsbereit.
Neben den Untersuchungen zum Fall Jackson forderten die Ermittler von dem Mediziner Murray weitere Patienten-Unterlagen an, wie dessen Anwalt bestätigte. Der Kardiologe gilt als eine Schlüsselfigur bei den Ermittlungen über die Umstände von Jacksons Tod am 25. Juni. Die Polizei von Houston umstellte Murrays Klinik im Norden der texanischen Stadt.
Kanzlei von Untersuchung überrascht
Nach Angaben einer DEA-Sprecherin hielten sich in der Armstrong Medical Clinic etwa 20 Personen auf, darunter mehrere Mitarbeiter. Eine Sprecherin von Murrays Anwalt Edward Chernoff sagte, die Kanzlei sei von der Durchsuchung überrascht worden. Die Ermittler seien auf der Suche nach Unterlagen und nicht nach Medikamenten, sagte Sprecherin Miranda Sevcik, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.
Chernoff betonte auf der Webseite seiner Kanzlei, Murray sei selbst an einer Aufklärung interessiert und arbeite mit den Ermittlern zusammen. Dessen Beschreibung der letzten Tage in Jacksons Leben beweise, dass den Kardiologen keine Schuld treffe.
Murray habe dem Popstar keine Medikamente verabreicht, die zu dessen Tod geführt hätten, erklärte Chernoff. Daher sei der Arzt frustriert über eine negative Berichterstattung, die dazu geführt habe, dass er rund um die Uhr von einem Leibwächter geschützt werden müsse, belästigt werde und nicht in seiner Praxis arbeiten könne.
Jacksons Vater erhob schwere Vorwürfe gegen Murray
Der Arzt hatte sich zum Zeitpunkt von Jacksons Tod in dessen Haus aufgehalten und vergeblich versucht, den Sänger wiederzubeleben. Jacksons Vater Joe hat schwere Vorwürfe gegen Murray erhoben. Die Ermittler haben Murray bereits zwei Mal vernommen, aber betont, dass dieser nicht als Verdächtiger gelte.
Zudem forderten die Ermittler auch von der früheren Ernährungsberaterin des "King of Pop" Patienten-Unterlagen an. Cherilyn Lee kooperiere mit den Ermittlern, teilte ihre Sprecherin Belinda Foster am Mittwoch im kalifornischen Inglewood mit.
Die Krankenschwester hat Jackson zwischen Januar und April behandelt. Lee erklärte, der Sänger habe sie in dieser Zeit immer wieder um das starke Beruhigungsmittel Diprivan angefleht, was sie ihm aber verweigert habe.
Nach Jacksons Tod wurde in seinem Haus das starke Sedativum Propofol gefunden, woraufhin es Spekulationen über einen möglichen Arzneimittelmissbrauch gab. Die Ergebnisse einer zweiten Autopsie werden in der kommenden Woche erwartet.
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