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Konzert in Köln
Red Hot Chili Peppers haben noch immer "Soul To Squeeze"

Köln: Red Hot Chili Peppers haben noch immer "Soul To Squeeze"
Sänger Anthony Kiedes in New York (Archivbild von 2006). FOTO: AP
Köln. Die Red Hot Chili Peppers stehen über den Dingen. Nach 33 Jahren spielen die drei muskelbepackten Mittfünfziger und ein schlaksiges Gitarrengenie, worauf sie Lust haben. Und auch ein bisschen "By The Way". Von Simon Langemann

Die Saalbeleuchtung erlischt, es erklingt ein Bassklarinettensolo von Eric Dolphy, dann betreten die Musiker einzeln die Bühne, treten ins Rampenlicht. Drei muskelbepackte Mittfünfziger und ein schlaksiges Gitarrengenie. Ihre bunten Outfits sind fernab davon, noch irgendjemandem gefallen zu müssen. Zum Einstieg eine kurze Funk-Improvisation. Dann kann es losgehen.

Die Red Hot Chili Peppers präsentieren sich unprätentiös, sie vermeiden Komfortzonen. Von ihn stammen die Jugendsoundtracks mindestens einer ganzen Generation. Sie sind die wohl coolste aller Konsens-Rockbands dieser Tage – und doch halten sie auch nach 33 Jahren wenig vom Auftreten als Abziehbilder ihrer selbst. Auf der Bühne der ausverkauften Lanxess Arena stehen sie am Montagabend als überaus intakte Gruppe. Sie haben das Selbstbewusstsein, ihrer Anhängerschaft einen fordernden Kompromiss abzuverlangen. Sie spielen jeden Abend ein anderes Programm. Die Kalifornier machen keinen Hehl daraus, dass ihnen nicht so viel daran liegt, ihre größten Hits zu spielen. 

Zwar verlassen sie sich zur Eröffnung auf die bewährten Singles "Around The World", "Dani California" und "The Zephyr Song". Doch den Mittelteil prägt – mit Ausnahme der zwischendurch eingestreuten Ballade "Californication" – die aktuelle Platte "The Getaway". Dazu kommt ein Querschnitt eher unpopulären Materials der letzten Jahrzehnte. Mal spielt etwa "Sir Psycho Sexy" vom 25 Jahre zurückliegenden Meilenstein "Blood Sugar Sex Magik" die alten Stärken der Band aus. Mal zeigt der Calypso-Beat von "Did I Let You Know" (2011) aber auch, dass der Band die Ideen nicht ausgegangen sind. Auch nach dem Weggang von Gitarrenlegende John Frusciante nicht.

Oft sind die Fähigkeiten dessen Nachfolger Josh Klinghoffer an diesem Abend nur zu vermuten, kaum zu hören. Das ist bedauerlich – jedoch nur der Gipfel der Soundprobleme. Wirklich satt erklingt nur Chad Smiths bestechend präzises Schlagzeugspiel. Sänger Anthony Kiedis hingegen hat mit dem diffusen Hall der Mehrzweckarena zu kämpfen. Michael "Flea" Balzarys Bass erscheint zwar dominant, aber auch matschig.

Dass das alles nach der finalen Aussöhnung in Form von "Soul To Squeeze", "By The Way" und "Give It Away" noch irgendwen interessiert: kaum vorstellbar.

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