Jahresrückblick 2009: Lady Gaga: ein musikalischer Paradiesvogel
VON CAROLA SIEDENTOP - zuletzt aktualisiert: 26.12.2009 - 15:20Düsseldorf (RPO). Diese Frau ist die personifizierte Exzentrik. Ihre Outfits schwanken zwischen schrill und skurril, ihre Musik ist wuchtiger Eurodisco-Pop, ihre Auftritte eine durchgestylte Show. Doch Lady Gaga ist mehr, als nur ein Star aus der Retorte der Musik-Industrie.
2009 war das Jahr der Musikerin: Keine renommierte Veranstaltung ging ohne Lady Gaga über die Bühne, sie startete ihre erste Tour, beherrschte die Schlagzeilen der bunten Blätter und legte musikalisch ihre zweites Album hin: „The Fame Monster“. Ihre Singles „Just Dance“ und vor allem „Pokerface“ aus dem Album „The Fame“ hatten 2008 die Charts erklommen, 2009 folgten „Paparazzi“ und nun „Bad Romance“. Lady Gaga ist fulminant durchgestartet. Nach dem Durchbruch in Amerika und Europa war sie 31 Wochen in den Top 20 der deutschen Albumcharts.
Tochter von Internet-Millionären
Dabei scheint es, als sei die 23-Jährige ganz plötzlich im Showgeschäft aufgetaucht. Doch die Tochter von Dot-Com-Millionären schrieb schon als Teenager eigene Songs, später trat sie in kleinen New Yorker Clubs auf. Sie arbeitet als Gogo-Girl in freizügigen Outfits, weil ihre Eltern sie nach dem Auszug nicht mehr finanziell unterstützten. Schon damals entwarf sie ihre Garderobe selbst. Bevor Lady Gaga im Rampenlicht der Welt erschien, schrieb Stefanie Joanne Angelina Germanotta, so ihr Geburtsname, Songs für so erfolgreiche Bands wie die „Pussycat Dolls“.
Immer wieder betont die Amerikanerin, dass sie keine Kunstfigur sei. Zumindest ist sie keine Kunstfigur im Sinne von künstlich. Doch die 23-Jährige ist offenbar belesen und gebildet, sie liebt Rilke und Beethoven, zitiert gerne Philosophen und nennt ihr Studio „House of Gaga“ eine Anspielung auf das Bauhaus. Das dürfte sie für ihr Profil inspiriert haben. Ebenso wie ihre Idole David Bowie und Queen. Vom Hit „Radio Gaga“ der der britischen Band hat sie ihren Namen entliehen.
Aufgewachsen an der liberalen Upper-West-Side
Die Musikerin kokettiert klug mit ihrer Andersartigkeit, und lässt bei Journalisten etwa durchblicken, dass sie auch Frauen mag. Damit sind ihr Schlagzeilen garantiert. Doch die schräge Künstlerin hat Grenzen. Als kolportiert wurde, dass die 23-Jährige möglicherweise gar keine Frau sei, reagierte sie unwirsch.
Dass sich die Tochter aus gutem Hause, die im liberalen Künstlerviertel Upper West Side in Manhattan aufwuchs, auf jedem Parkett gut bewegen kann, bewies sie ebenfalls: Beim Empfang der britischen Königin Elizabeth verbeugte sie sich artig. In Deutschland zeigte sich Lady Gaga bei „Wetten, dass?“ äußerst charmant – und trat ausnahmsweise einmal ganz ohne schrilles Make-up auf.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.






