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Comeback-Konzert in Berlin: "Lauta, schnella, Metallica"

zuletzt aktualisiert: 13.09.2008 - 11:11

Berlin (RPO). Furioses Comeback: Die US-Metalband Metallica hat ihr neues Album "Death Magnetic" vorgestellt und ließ sich von 17.000 Fans in Berlin feiern.

"Lauta, schnella, Metallica" hatte sich ein Fan aufs T-Shirt geschrieben. Grammatikalisch war das zwar falsch, inhaltlich traf es jedoch genau den Kern dessen, was da am Freitagabend in der neuen Arena am Berliner Ostbahnhof geboten wurden. Metallica, eine der erfolgreichsten Heavy-Metal-Bands aller Zeiten, hatten zur Weltpremiere ihres neuen Albums "Death Magnetic" eingeladen. 17.000 Fans kamen - und erlebten ein sensationell gutes Livekonzert.

Die Band ließ zwar gut anderthalb Stunden auf sich warten, das tat der guten Laune aber keinen Abbruch. Im Gegenteil, das Publikum vertrieb sich seine Zeit mit Bierholen, schickte sich selbst als La-Ola-Welle durch die riesige Halle oder lauschte der Musik vom Band.

Und es blieb ausreichend Zeit, die imposante 360-Grad-Bühne zu bewundern: ein großes Rechteck in der Mitte der Halle, das rundum von Fans umgeben war. Eine Idee, die schon bei anderen Metallica-Konzerten gut ankam und die besondere Anforderungen an die Tontechnik stellt. Anforderungen, die an diesem Abend mit Bravour und Tinnitus fördernder Lautstärke gemeistert wurden.

Schlechte Zeiten, gute Zeiten

"It's a long way to the top" von den australischen Hardrockern AC/DC läutete wie gewohnt den Auftritt des US-Quartetts ein. Das Stück ist für Metallica Motto und Motivation zugleich, in ihrer 27-jährigen Bandgeschichte hatte die Gruppen einige Tiefen zu überstehen. Darunter Hetfields Alkoholkrankheit, die fast das Ende der gesamten Band bedeutet hätte. Der Psycho-Krieg zwischen den einzelnen Musikern ist eindrucksvoll auf der 2005 erschienenen DVD "Some Kind of Monster" dokumentiert.

Die schlechten Zeiten sind längst wieder Geschichte, in Berlin präsentierte sich eine ausnehmend gut gelaunte Band mit unermüdlicher Spielfreude. Songs des neuen Albums "Death Magnetic" wurden gespielt; fünf Jahre hatten die Fans auf ein neues Studioalbum warten müssen, umso frenetischer fiel der Beifall für Stücke wie "The End Of The Line" oder "Cyanide" aus. Druckvolle Kompositionen, die musikalisch wie von der Band angekündigt zwischen dem Debütalbum "Kill 'em all" und dem Monumentalwerk "Master of Puppets" angesiedelt sind.

Das Album war erst am Tag des Konzerts auf den Markt gekommen, der ein oder andere aus dem Publikum wirkte deswegen noch etwas desorientiert. Kollektives Haareschütteln war dann aber bei den älteren Stücken angesagt, Titel wie "For Whom The Bells Toll", die größtenteils auch textsicher mitgesungen wurden.

Erneut beeindrucken konnten die technischen Fähigkeiten der einzelnen Musiker. Schlagzeuger Lars Ulrich, Bassist Robert Trujillo (dem die Band nach seinem Vorspielen eine Million Dollar als erste Gage in die Hand versprach), Leadgitarrist Kirk Hammett und natürlich Hetfield brillieren nicht nur auf ihren Instrumenten, auch das Zusammenspiel der Akteure ist nahezu perfekt. Mit ihrem Auftritt untermauerten Metallica ihren Ruf, eine der besten Live-Bands der Welt zu sein - und das Genre übergreifend.

Da hielt es dann niemanden mehr auf den Sitzen der größtenteils bestuhlten Arena, und auch das wenig anheimelnde Ambiente der neuen, mit dem Charme eines Schwimmbades (ohne Wasser) aufwartenden "O2 World" war schnell vergessen. Ebenso wie das Rauchverbot übrigens, das flächendeckend ignoriert wurde. In den Tabakqualm mischte sich auch das Aroma frisch gedrehter Joints - ein bisschen Rebellion ist mit Rockmusik dann doch immer noch verbunden.

Quelle: ap

 
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