Familie streitet über Beisetzungsort: Liegt Jackson in der Gruft von Berry Gordy?
VON FRANK HERRMANN - zuletzt aktualisiert: 09.07.2009 - 21:43Washington (RP). Während die Medien über Michael Jacksons Todesursache spekulieren, kocht hinter den Kulissen der Streit des Jackson-Clans um die endgültige Ruhestätte des "King of Pop". Steve Goldstein glaubt, das Rätsel gelöst zu haben.
Er glaubt zu wissen, wo Michael Jackson seine letzte Ruhe findet, seine einstweilig letzte Ruhe, wie man relativierend hinzufügen muss. Goldstein hat sich im Lawn Forest Memorial Park umgesehen, einem parkähnlichen Friedhof in den Hügeln Hollywoods. Er kennt sich aus, schließlich stammt aus seiner Feder ein Friedhofsführer mit dem Titel "Where the VIPs RIP" ("Wo die sehr wichtigen Persönlichkeiten in Frieden ruhen").
Vorübergehend in der Familiengruft von Berry Gordy
Er müsste sich schon sehr irren, glaubt der Insider, wenn sie den Sarg des Sängers nicht heimlich in die Familiengruft seines Entdeckers gebracht hätten. In die prachtvolle Krypta, in der Berry Gordy, der legendäre Gründer des Detroiter Plattenlabels Motown, dereinst beigesetzt werden möchte. "Aber das ist nur vorübergehend", sagt Goldstein.
Streit innerhalb des Jackson-Clans
Hinter den Kulissen scheint der Jackson-Clan heftig darüber zu streiten, wo es denn nun sein soll, das endgültige Grab. Jermaine, um vier Jahre älter als Michael, plädiert für Neverland, die Ranch im Santa Ynez Valley. Es fiel auf, wie oft und gern Jermaine auf der Ranch Interviews gab, in der Woche vor der Trauerfeier. Sein stundenlanges Rendezvous mit Larry King, Moderator des Fernsehkanals CNN, ließ zuweilen an den Werbestreifen eines Fremdenverkehrsbüros denken. "Das ist Michaels Zuhause, diese Oase hat er geschaffen", argumentierte Jermaine. "Warum soll er nicht hier seine Ruhe finden? Ich spüre doch seine Anwesenheit."
Vater Joe will ein Mekka der Musik
Vater Joe soll es ähnlich sehen. Ein Mausoleum nach dem Muster von Graceland, dem Anwesen Elvis Presleys in Memphis, ein Mekka der Musik, ein Wallfahrtsort, der es in der Kasse angenehm klingeln lässt daran, heißt es, findet Joe Jackson Gefallen. Der Milliardär Thomas Barrack, dem das Gelände zum größten Teil gehört, ist gleichfalls nicht abgeneigt, die Pforten Neverlands dem Trauer-Tourismus zu öffnen. Anders Katherine, die 79-jährige Mutter, offenbar die Bodenständigste des Clans.
Mutter Katherine ist gegen die verflixte Ranch
Was sie wörtlich sagt, weiß nur die Familie. Es soll aber auf ein "never" hinauslaufen, "niemals, nur über meine Leiche". Ihr Sohn dürfe nicht auf die verfluchte Ranch zurückkehren, vermelden Familiensprecher den Willen der Matriarchin. Er selber hätte es nie gewollt, Neverland sei für ihn befleckt gewesen, spätestens seit 2005, als ein Gericht die Frage zu klären versuchte, ob dort Minderjährige sexuell belästigt wurden von Michael Jackson. "Ich will, dass meine Mutter noch einmal hinfährt und fühlt, was ich fühle", versucht es Jermaine auf die sanfte Tour.
Jacksons Gehirn ist noch nicht freigegeben
So heftig die Spekulationen auch schwirren, vielleicht ist die Wahrheit schlicht, dass sich die Hinterbliebenen noch nicht entschieden haben. Ohnehin wollen sie mit der Beisetzung warten, bis Gerichtsmediziner das Gehirn Jacksons freigeben. Noch immer wird es untersucht, weil man sich erhofft, anhand des Hirns die Todesursache klären zu können. Die Untersuchungen könnten zeigen, ob der King of Pop tatsächlich an einer Überdosis Medikamente starb - eine Theorie, die etliche Ärzte für plausibel halten. In den Mittelpunkt rückt Diprivan, ein Narkosemittel, das intravenös verabreicht wird. In den Mittelpunkt rückt auch Arnold Klein, der Hautarzt des Künstlers. "Ich weiß von einem konkreten Fall, in dem Michael Diprivan nahm", sagt Klein. Es sei auf einer Deutschland-Tour gewesen, unter Aufsicht eines Anästhesisten.
Wie sah Jackson aus, als er für tot erklärt wurde?
Gegenstand wilder Gerüchte ist schließlich die Frage, wie Michael Jackson aussah, als ihn Ärzte in einer Klinik in Los Angeles für tot erklärten. Bei CNN zeichnen sie das Bild eines menschlichen Wracks: an den Armen überall Einstiche, die Venen vernarbt, auf dem Kopf keine Haare mehr. "Lilienweiß" soll der ausgemergelte Körper gewesen sein. Falls es stimmt, würde es sich einreihen in die These, wonach der Popstar an Vitiligo litt. Die Hautkrankheit geht mit weißen Flecken an Gesicht und Hals, Handrücken und Beinen einher. Vitiligo, glauben US-Ärzte, ist der Grund, warum der Künstler bei seinen Auftritten einen Handschuh trug. Vielleicht war es gar kein Modesymbol, jedenfalls nicht nur. Vielleicht wollte er einfach etwas verdecken.
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