Auftaktkonzert in Hamburg: Mariah Carey startet Deutschlandtournee
zuletzt aktualisiert: 11.10.2003 - 12:30Hamburg (rpo). Fast 6.000 Zuschauer waren von Mariah Careys Tourneeauftakt in Deutschland begeistert. Die US-Sängerin trat am Freitagabend in der fast ausverkauften Hamburger "Color Linie Area" auf.
"Es war wie ein kleines Musical", schwärmt ein Besucher. Dabei habe er vor dem Konzert gar nicht so recht gewusst, was er erwarten sollte. Doch jetzt ist er sichtlich froh, dass er sich spontan entschlossen hat, noch eine der Restkarten für das erste von drei Deutschlandkonzerten der amerikanischen Sängerin zu kaufen. "Schön, dass sie nicht nur neue Sachen spielt", sind sich Besucher in Hamburg einig.
Knapp zwei Stunden lang hatte Carey eine abwechslungsreiche Show präsentiert. Neben Stücken aus dem aktuellen Album, das wie die Tour "Charmbracelet" heißt, bot Carey dem bunt gemischtem Publikum eine Auswahl älterer Hits und damit ein vielseitiges musikalisches Programm.
Ihre fünf Oktaven umfassende Stimme hatte Carey zum Ende der 90er Jahre mit über 90 Millionen verkauften Tonträgern zur "Best Selling Female Artist of the Millennium" (Künstlerin mit den höchsten Verkaufszahlen des Jahrtausends) gemacht. Doch kaum war das Jahrtausend vorbei, häuften sich die Negativ-Meldungen: Ein Ausflug auf die Filmleinwand sowie das dazugehörige Album "Glitter" floppten. Gerüchte um einen Nervenzusammenbruch nach einem Auftritt bei MTV dementierte Carey zwar heftig - hängen blieben sie dennoch. Und zu guter Letzt setzte ihr Plattenlabel Virgin sie vor die Tür. Mit "Charmbracelet" will sie nun an alte Erfolge anknüpfen.
Die Rückschläge hat Carey im autobiografischen Stück "Singing Through The Rain" verarbeitet. Die Fans jubeln, als sie es ankündigt. Die mittlerweile selbstkritischer auftretende Diva weiß die Zuneigung zu schätzen: Am Schluss des Konzerts bedankt sie sich nicht nur verbal "bei allen, die ihr trotz allem treu geblieben sind", sondern geht von der Bühne und schüttelt den Fans in der ersten Reihe die Hand.
Schon zu Beginn der Show betrat Carey überraschend durch den Seiteneingang den Innenraum der Arena. Zu harten Rap-Beats füllt ihre gewaltige Stimme sofort den Saal. Umringt von begeisterten Fans marschiert Carey im rosa Mini-Outfit zur Bühne. Fünf Mal wechselt dort im Lauf des Konzerts das Bühnenbild - und die New Yorkerin die Kleidung.
Jeweils passend bietet Carey dazu fast das ganze Repertoire populärer Musik: sexy HipHop im Zirkusambiente zu eingeblendeten Bildern von Toulouse-Lautrec. Im weißen Abendkleid singt sie auf dem Klavier liegend ausdrucksstarke Soul-Stücke wie "My Saving Grace". Im roten Kleid gibt es sogar einen rockigen Abschnitt.
Genauso bunt ist die Mischung von Menschen, die sich hier versammelt haben. 500 überwiegend türkischstämmige Mitglieder des Fan-Clubs "Mariah" haben sich für das lang erwartete Ereignis extra schick gemacht. Ein Paar in den Vierzigern hat sich dagegen kurzfristig zum Kommen entschlossen, weil "die Kinder gerade bei der Oma sind". Zufrieden sind am Ende alle. "Showmäßig sehr gut", urteilt ein älterer Herr mit Sakko und Regenschirm.
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