Martin L. Gore: Counterfeit 2
VON STEPHAN KÖHNLEIN - zuletzt aktualisiert: 14.05.2003 - 10:46Martin L. Gore hat sich mehr als 20 Jahre lang brav ins Depeche-Mode-Kollektiv eingefügt und als holder Knabe mit lockigem Haar die Herzen der Mädchen gebrochen - dabei soll er ein echter Stinkstiefel gewesen sein, zumindest wenn man jüngsten Äußerungen von Depeche-Mode-Frontmann Dave Gahan glauben darf.
Zwei Mal verließ Gore den sicheren Hafen der Synthie-Pop-Band. 1989 nahm er die EP "Counterfeit" mit Coverversionen auf, jetzt folgte mit "Counterfeit 2" ein ganzes Album. Er hätte es besser lassen sollen.
Die Ehrerbietung wird zum Rundumschlag in Form elektronischer Balladen, trifft John Lennon, Lou Reed, Iggy Pop, und auch Kurt Weill. Das düstere "Loverman" von Nick Cave klingt wie die Depeche-Mode-Schnulze "Somebody", gar graußlich die Version von Nicos "Das Lied vom einsamen Mädchen" in gebrochenem Deutsch.
"Hätte es einige der Künstler, die ich hier gecovert habe, nie gegeben, würde mein Material heute anders klingen", sagt er. Da hätte sich Gore doch dankbarer zeigen sollen. Denn dieses Geblubber haben diese Künstler nicht verdient.
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